Die SCHUFA kauft bonify

Veröffentlicht am: Dezember 20, 2022 Von: Bonitätsguru

Berlin, Wiesbaden, 20.12.2022 – Die SCHUFA Holding AG kauft das Berliner Fintech-Start-up bonify – oder die Forteil GmbH, die eine beliebte Bonitätsplattform hat, nämlich bonify mit über 2 Millionen Nutzern. Jetzt sind beide ein und dasselbe? Ich habe es vor einem halben Jahr gesagt! Also, dass mehr kommt, an Kauf hatte selbst ich nicht gedacht.

Die SCHUFA und bonify starteten eine im Juni eine Vertriebskooperation – ungewöhnlich schon damals. Schon da habe ich – vermutet – dass es für beide Unternehmen durchaus Sinn ergeben kann, noch mehr zusammen zu machen. Einen Kauf hatte ich selbst erstmal gar nicht im Kopf, eher noch mehr Kooperationen. Was euch jetzt erwartet und die Stimmen aus beiden Unternehmen kommen jetzt.

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    Wer ist bonify?

    Das FinTech-Startup bonify ermöglicht Nutzern schon lange transparente Einsicht in ihre Bonitäts- und Finanzdaten. Nutzer können mit bonify ihre Kreditwürdigkeit (durch Boniversum Score) jederzeit kostenfrei online überprüfen. Darüber hinaus bietet bonify verschiedene Finanzmanagement-Tools zur Analyse und Optimierung der eigenen Finanzsituation. Passend dazu erhalten Nutzer auf die eigene Bonität zugeschnittene Produktangebote wie Kredite und andere Verträge-

    Weitere Produkte sind u.a. die „Mieterauskunft“ für die Wohnungssuche. Seit diesem Jahr auch mit der SCHUFA-Kooperation. Die gebührenfreie bonify-MasterCard Gold und die „FinFitness“ zur Einschätzung und aktiven Verbesserung der finanziellen Fitness.

    bonify wurde 2015 in Berlin gegründet und wird von Dr. Andreas Bermig (Gründer, CEO) geführt. bonify ist ein durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener und beaufsichtigter Kontoinformationsdienst.

    Wer war gleich die SCHUFA?

    Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA) ermöglicht Menschen, unkompliziert und sicher ihre finanziellen Wünsche zu erfüllen. Sie reduziert für Anbieter von Krediten, Waren und Dienstleistungen die Risiken eines Zahlungsausfalls.

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    Die SCHUFA ist ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft. Mit modernster Technologie werden täglich rund 510.000 Anfragen analysiert und bewertet. Sie erstellt Bonitäts-Scores und bietet Lösungen an, mit denen sich Menschen und Unternehmen vor Identitätsdiebstahl schützen können.

    Die SCHUFA beschäftigt an insgesamt sieben Standorten rund 900 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2021 rund 249 Millionen Euro Umsatz. 

    Offizielle SCHUFA-Stimmen zum Kauf von bonify

    „Mit der Kundenfokussierung und den digitalen Fähigkeiten von bonify werden wir die Transformation der SCHUFA hin zu einem an den Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausgerichteten Unternehmen weiter vorantreiben. Wir führen die Erfahrung der SCHUFA in einer gemeinsamen Strategie und Roadmap mit der Schnelligkeit und Innovationskraft des Fintechs Forteil zusammen.“

    „Wir verbessern die Qualität und den Service unseres Angebotes für Privatpersonen und werden schneller bei der Entwicklung von wertstiftenden, digitalen Produkten und Apps“

    „Konkret erhalten Privatpersonen über bonify schon 2023 schrittweise den kostenlosen digitalen Einblick in die persönlichen SCHUFA-Daten – ein Jahr früher als ursprünglich geplant.“

    „Es geht darum, den Menschen über neue digitale Dienstleistungen nachvollziehbar spürbare Vorteile zu ermöglichen und echte Mehrwerte für sie zu schaffen“

    „Mit dem künftigen Angebot der Transparenz und des persönlichen Finanz- und Datenmanagements bei bonify sollen insbesondere auch jene Gruppen angesprochen werden, die heute aufgrund nicht vorhandener Informationen oder negativer Zahlungserfahrungen bei der SCHUFA nur eingeschränkt am Wirtschaftsleben teilhaben können.“

    Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der SCHUFA Holding AG

    Offizielle bonify Stimmen zum Kauf durch die SCHUFA

    „Die SCHUFA ist genau das richtige Unternehmen, um die Mission von bonify zu erfüllen, nämlich das finanzielle Leben der Menschen ganzheitlich zu verbessern. Die Zutaten dafür: Transparenz, der Wille zu helfen und technische Innovationen“

    „Mit dem Score der SCHUFA haben wir endlich das Puzzleteil, das uns die ganze Zeit gefehlt hat: der relevanteste Score im deutschen Markt. Das verbessert unser Angebot signifikant. Davon profitieren nicht nur unsere Nutzerinnen und Nutzer, sondern alle Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.“

    Andreas Bermig, CEO von bonify

    Was uns jetzt erwartet

    Erstmal wird bonify erwachsen oder muss es werden. Kredite ohne SCHUFA wird es vermutlich nicht mehr geben. Aber ich lasse mich überraschen, ob die SCHUFA-Tochter weiter die Ninja- und Känguru-Kredite ohne SCHUFA Eintrag und Abfrage anbietet. Vermutlich nicht. Aber das sind meine Theorien. Was uns sicher erwartet:

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    Kostenloser SCHUFA-Dateneinblick schon nächstes Jahr. Also bonify soll wirklich die SCHUFA-Datenkopie in digitaler Form sein. Außerdem werden bonify-Entwickler bei der SCHUFA-App unterstützen (was sie sogar längst tun).

    Es soll richtig innovative SCHUFA-Produkte auch bei bonify geben. Vermutlich über den Score hinaus und mit Sicherheit auch, um die Forteil GmbH auf eigenen Beinen zu lassen. Finanziell eigenständig werden.

    Schiebt bonify jetzt Daten zur SCHUFA

    Nein! Das ist mit den zwei getrennten Unternehmen gar nicht möglich. Es darf ohne deine explizite Einwilligung keinen Datentransfer geben. Nicht mal deinen SCHUFA-Score darf dir bonify anzeigen, wenn du das nicht explizit erlaubst. Die SCHUFA ist da auch ultrakonform – also da hast du nichts zu befürchten. Es wird auch keine heimlichen Abfragen oder versteckte oder vorgefertigt gesetzte Häkchen geben.

    Das vermutlich Erste, was passieren muss – bonify muss SCHUFA-Konform werden. Also dieses „melde dich mit Bank an und gib uns gleich Transaktionsdaten“ ist für ein Fintech ok, für die SCHUFA hat es ein Geschmäckle. Aber der Score muss auch – wie angekündigt – 2023 in bonify auftauchen.

    Update: Ja, der Score ist da und nein – immer noch beim Bank-Ident – Transaktionsdaten werden gleich für FinFitness und Finanzmanager genutzt. WICHTIG: Das geht nicht an die SCHUFA, dennoch – Geschmäckle.

    Noch ein Update: Jetzt ist alles korrekt: Bei der Bankidentifikation werden nur noch Name und Adresse gecheckt. Die Transaktionsdaten nicht berührt. Du kannst die FinFitness noch immer nutzen, aber dafür neuer Consent und explizite Zustimmung. Natürlich noch immer: An die SCHUFA können diese Daten nicht einfach gesendet werden. Jetzt ist bonify konform – vielleicht hätte das Update vor dem Score kommen sollen, hätte weniger Wirbel gemacht. Jedoch – dieser Wirbel sorgt dafür, dass bonify seit Wochen in der Presse ist und enorm viele Nutzer generiert. Jede PR ist gute PR.

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    Über den Bonitätsguru:

    Seit dem ich ohne jede Erfahrung 2010 mein Haus kaufen wollte, bin ich auf SCHUFA und Boniät aufmerksam geworden. So viele Mythen, Halb- und Unwahrheiten sind im Netz. Bei renomierten und bekannten Personen. Selbst bei Politik, Wirtschaft und Nachrichten wird Bonität immer wieder falsch verstanden. Alles über den SCHUFA-Kamm. Wichtig: Ich bin nicht die SCHUFA. Aber ein Fan von Bonität und Scoring über unsere Landesgrenze hinaus. Fan von Experian, Creditkarma und ja, auch von bonify in Deutschland.