SCHUFA & Bonität: 13 Mythen entlarvt und Fakten geschaffen

Veröffentlicht am: Dezember 16, 2024 Von: Bonitätsguru

Die SCHUFA – für viele klingt dieses Wort fast so bedrohlich wie Dementoren in Harry Potter. Die Bonität ebenso. Beide entscheiden mit über Dinge. Ob du einen Kredit bekommst oder einen Handyvertrag abschließen kannst. Kein Wunder, dass sich um die Bonität und die SCHUFA viele Mythen und Halbwahrheiten ranken. Damit wird jetzt aufgeräumt.

Bonität Mythen und Fakten
Über die SCHUFA und Bonität gibt es viele Mythen. Hier werden Fakten geschaffen und Mythen gebusted.

Bestimmt hast du auch schon Sprüche gehört wie „Am besten nie einen Kredit aufnehmen, dann hast du die beste Bonität.“ Oder „Die SCHUFA mag mich nicht, ich bin Selbstständig“ oder auch „Bonität – ich verdiene richtig gut, meine Boniät ist perfekt„. Solche Geschichten kursieren überall – doch was ist wirklich dran?

In diesem Artikel reden wir Klartext und räumen mit den gängigen Bonitäts- und SCHUFA-Mythen auf. Dabei erfährst du, was deinen Score wirklich nicht beeinflusst und worauf es bei der Kreditwürdigkeit tatsächlich ankommt. Übrigens: SCHUFA und Bonität sind nicht das Gleiche. Solltest du diesen Mythos glauben, dann kläre ich hier über die Unterschiede von SCHUFA-Score und Bonität auf. Jetzt aber zu den bekanntesten Mythen.

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    Mythos 1: Alter und Geschlecht beeinflussen den SCHUFA-Score

    Vielleicht hast du schon gehört: „Im Alter wird der Score automatisch schlechter, weil die Banken Angst haben, du könntest deine Schulden nicht mehr lange zahlen.“ Oder manche denken, dein Geschlecht oder Familienstand fließe irgendwie in die Bewertung ein.

    Zum Glück kann ich dich teilweise beruhigen – das stimmt nicht. Weder dein Lebensalter noch ob du männlich, weiblich oder divers bist, gehen in die Berechnung deines SCHUFA-Scores ein. Die SCHUFA speichert nicht einmal Informationen zu deinem Familienstand.

    Fakt ist: Entscheidend für die SCHUFA-Bonität ist in erster Linie deine persönliche Zahlungshistorie. Ein älterer Mensch mit langer, positiver Kreditvergangenheit hat in der Regel einen besseren Score als ein sehr junger Mensch ohne nennenswerte Kreditbiografie.

    Positiv heißt dabei: du hast z.B. einen Kredit oder Ratenkauf wie vereinbart zurückgezahlt, ohne Mahnungen oder Ausfälle.

    Negativ wären dagegen verspätete Zahlungen, geplatzte Lastschriften oder gar Inkassoverfahren. Dein Alter an sich spielt keine Rolle, sondern wie zuverlässig du bisher deine Rechnungen beglichen hast. Kredite an sich sind auch nicht „schlecht“ für den Score, solange du sie pünktlich bedienst – sie liefern sogar positive Zahlungsnachweise.

    Warum glauben es dann so viele? Nun, viele Menschen machen sich verständlicherweise Sorgen, im hohen Alter weniger kreditwürdig zu sein. Aber diese Sorge beruht eher auf Gefühl als auf Fakten. Die SCHUFA bewertet keine Vermutungen oder Vorurteile, sondern stützt sich auf objektive Daten aus deiner Finanzhistorie. Ob du 20 bist oder 70 – wenn du deine finanziellen Verpflichtungen immer erfüllst, hast du beste Chancen auf einen top Score.

    Nur ist der Score nicht deine Bonität und die SCHUFA nicht die einzige Auskunftei. Andere Auskunfteien verwenden für deinen Score auch Adresse, Alter und Geschlecht. Bei der SCHUFA ist das nicht so.

    Außerdem: Wenn eine Bank eine Bonitätsprüfung durchführt, dann wirds sie neben der SCHUFA auch selbst bewerten. Und das Ergebnis für einen Kredit mit 30 Jahren Laufzeit wird kaum positive ausfallen, wenn du 88 Jahre alt bist. SCHUFA-Score 99,99% hin oder her.

    Mythos 2: Dein Wohnort oder häufige Umzüge verschlechtern deinen Score

    „In schlechten Gegenden haben alle automatisch einen miesen Score.“ – auch so ein typischer Mythos. Manche denken, die Postleitzahl oder ein „sozial schwaches“ Stadtviertel könnten deine Kreditwürdigkeit herunterziehen. Hier kann ich klar sagen: Nein, dein Wohnort an sich beeinflusst deinen SCHUFA-Score nicht.

    Die SCHUFA betreibt kein sogenanntes Geoscoring, bei dem statistische Daten über deine Adresse einfließen – es ist egal, ob du in einer „guten“ oder „schlechten“ Gegend wohnst.

    Adressänderungen (also Umzüge) werden von der SCHUFA vermerkt und zu viele in kurzer Zeit sind tatsächlich schlecht. Es sei denn, du hast genügend andere SCHUFA-Daten. Etwa Verträge, Konten oder Kreditkarten.

    Das heißt konkret: Wenn du fünfmal umziehst, weil du z.B. beruflich flexibel sein musst, macht dich das nicht automatisch zu einem schlechten Zahler. Entscheidend bleibt auch hier dein individuelles Zahlungsverhalten. Laut SCHUFA-Auskunft spielt es keine Rolle, ob jemand in einem noblen Viertel oder einem einfachen Kiez wohnt – bezahlt ihr beide eure Rechnungen pünktlich, steht ihr bonitätsmäßig gleich da.

    Gibt es Ausnahmen? Die SCHUFA selbst betont, dass standardmäßig keine Wohnort-Daten zur Score-Berechnung genutzt werden. In absoluten Einzelfällen – angeblich unter 0,3% der Fälle – kann jedoch ein sogenannten Regio-Score zur Anwendung kommen, nämlich wenn über eine Person so gut wie gar keine anderen Daten vorliegen.

    Also bei der SCHUFA – wenn der Score sehr schlecht wäre, weil die SCHUFA nichts über dich weiß, dann kommt der Regio-Score (fast nie). Ziel ist, deinen Score zu verbessern und einen Geschäftsabschluss möglich zu machen.

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    Andere Auskunfteien (wie kleinere Kreditbüros) arbeiten viel häufiger (teilweie ausschließlich) mit solchen regionalen Daten. Der Regio-Score darf per Gesetzt nur 1/3 deines Scores ausmachen. Daher nehmen kleine Auskunfteien wie erwähnt dein Alter, dein Geschlecht und deine Region. Problem gelöst.

    Jetzt weißt du auch direkt, warum bei wichtigen Geschäften fast immer die SCHUFA abgefragt wird. Weil der Score aussagekräftiger ist. Oder wie die SCHUFA gerne sagt: „trennschärfer“.

    Unterm Strich brauchst du dir aber als Otto Normalverbraucher keine Sorgen machen: Deine Adresse oder häufiges Umziehen ruinieren nicht deinen Score.

    Mythos 3: Einkommen, Ersparnisse oder Besitz steigern deine Bonität automatisch

    Geld regiert die Welt – aber regiert es auch deinen SCHUFA-Score? Viele glauben, ein hohes Gehalt oder viel Vermögen würde automatisch für eine Top-Bonität sorgen. Oder umgekehrt: Rentner mit kleiner Rente hätten zwangsläufig einen schlechteren Score.

    Stimmt nicht! Tatsächlich darf die SCHUFA solche Daten über dein Einkommen oder Vermögen gar nicht erfassen. Weder wie viel du verdienst, noch ob du ein fettes Aktiendepot, Immobilien oder ein Auto besitzt, ist in der SCHUFA gespeichert.

    Auch dein Beruf (ob du z.B. angestellt oder arbeitslos bist) spielt für die SCHUFA keine Rolle, weil solche Informationen nicht gespeichert werden dürfen.

    Das heißt: Selbst wenn du Millionär wärst, deinen SCHUFA-Score ändert das nicht. Die SCHUFA weiß das nicht! Für deinen Score zählt ausschließlich dein bisheriges Zahlungsverhalten bei Krediten, Rechnungen und Verträgen.

    Jemand mit geringem Einkommen, der alle seine Rechnungen pünktlich bezahlt, kann einen super Score haben. Umgekehrt nützt dem Bestverdiener sein hohes Gehalt nichts, wenn er Zahlungen schludern lässt – dann rasselt der Score nach unten, trotz prall gefülltem Konto.

    Woher kommt dann dieser Mythos? Viele Leute setzen Bonität mit finanzieller Lage gleich – logisch, man denkt: „Wer viel Geld hat, der ist bestimmt kreditwürdig.“ In der Praxis prüfen Banken bei Kreditanträgen zwar dein Einkommen (klar, sie wollen wissen, ob du die Raten stemmen kannst). Aber die SCHUFA selbst weiß davon nichts.

    Dein Score ist quasi blind für dein Einkommen. Er bewertet nur, wie du mit bisherigen Zahlungen umgegangen bist, nicht wieviel Geld du hast. Für deine Kreditwürdigkeit insgesamt ist ein geregeltes Einkommen wichtig – doch das fließt separat in die Kreditprüfung von Banken oder Unternehmen ein, nicht in den SCHUFA-Score.

    Nochmal: SCHUFA-Score ist nicht gleich Bonität!

    Mythos 4: Nationalität und Name beeinflussen die Kreditwürdigkeit

    Leider halten sich auch Vorurteile, dass etwa Menschen mit ausländischem Namen oder bestimmter Nationalität schlechtere Score-Werte hätten. Man hört Sprüche wie: „Mit ausländischem Pass hast du’s bei der SCHUFA schwerer.“

    Das ist falsch. Weder deine Herkunft, noch deine Staatsangehörigkeit, dein Nachname, Religion oder politische Einstellung spielen beim SCHUFA-Scoring irgendeine Rolle. Solche persönlichen Attribute werden von der SCHUFA überhaupt nicht erhoben oder gespeichert.

    Ein Beispiel: Ob du Müller oder Mezitović heißt, ob du einen deutschen oder türkischen Pass hast – völlig egal für deinen Score. Die SCHUFA bewertet ausschließlich Fakten aus deinem Zahlungsverhalten, keine demografischen Merkmale.

    Dass dieser Mythos dennoch existiert, liegt wohl an allgemeinen Vorurteilen. Manche vermuten diskriminierende Tendenzen, wo keine sind. Sicher gibt es in der Gesellschaft Fälle von Diskriminierung – aber bei der SCHUFA-Score-Berechnung ist das ausgeschlossen, da solche Daten gar nicht in die Berechnungsformel einfließen dürfen.

    Sollte dir jemals jemand erzählen, deine Nationalität würde deinen Score drücken, kannst du getrost widersprechen. Die Bonitätsbewertung erfolgt unabhängig von deiner Herkunft. Punkt.

    Mythos 5: Eine SCHUFA-Selbstauskunft verschlechtert deinen Score

    Hast du dich auch schon mal nicht getraut, deine eigene SCHUFA-Auskunft anzufordern, weil jemand behauptet hat, dadurch sinkt dein Score? Dieser Mythos hält sich erstaunlich hartnäckig – aber er ist zum Glück komplett unbegründet. Wenn du selbst deine SCHUFA-Daten abfragst, hat das keinerlei Einfluss auf deinen Score.

    Die sogenannte Datenkopie nach Art. 15 DSGVO (deine kostenlose jährliche Selbstauskunft) kannst du bedenkenlos bestellen; sie wird als Eigenanfrage vermerkt, die für die Score-Berechnung neutral ist.

    Tatsächlich empfiehlt es sich sogar, regelmäßig einmal im Jahr von diesem Recht Gebrauch zu machen. Warum? Du kannst so prüfen, ob alle Einträge stimmen, und eventuell Fehler korrigieren lassen, was deine Bonität eher verbessert als verschlechtert. Die SCHUFA möchte ausdrücklich, dass Verbraucher ihre Daten im Blick haben – schließlich hast du ein Recht auf Transparenz.

    Woher kommt dann die Angst vor der Selbstauskunft? Vermutlich verwechseln einige Leute das mit Kreditanfragen von Banken (dazu gleich mehr im nächsten Mythos). Früher gab es mal den Irrglauben, jede Schufa-Abfrage sei schlecht. Aber zwischen deiner eigenen Auskunft und einer offiziellen Kreditprüfung gibt es einen wichtigen Unterschied: Deine Eigenanfrage sieht kein Dritter und sie beeinflusst auch intern nichts am Score. Du kannst also ohne Bedenken deine Schufa-Daten einsehen – es schadet dir überhaupt nicht, sondern hilft dir, den Überblick zu behalten.

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    Gleiches gilt übrigens auch dann, wenn du deine Daten kostenlos mit dem bonify-Dateneinblick per App checkst. Die SCHUFA hat bonify gekauft und die bonify-App nutzen ist statistisch sogar gut für dich. Bei bonify kann man nachlesen, dass bereits 150,000 Menschen ihren Score mit bonify verbessert haben.

    Mythos 6: „Keine Schulden = beste Bonität“ – Wenn du nie einen Kredit hattest, hast du den höchsten Score

    Intuitiv könnte man denken: Wer nie Schulden macht, ist der Traum jeder Bank. Viele glauben, die beste Bonität hat, wer überhaupt keine Kredite oder Finanzierungen in der Vita stehen hat. Aber so einfach ist es nicht.

    Tatsächlich ist ein bisschen Kreditbiografie sogar von Vorteil. Die SCHUFA bewertet nämlich positiv, wenn du schon gezeigt hast, dass du zuverlässig Kredite bedienen kannst. Hast du gar keine Historie, dann fehlen diese positiven Erfahrungen. Historie können natürlich auch Kreditkarten, Konten oder andere Verträge sein. Über mich kennt die SCHUFA nur mein Konto, seit über 20 Jahren allerdings. Mein Score ist perfekt.

    Man kann sich das vorstellen wie beim Arbeitszeugnis: Ein Bewerber ganz ohne Erfahrung ist schwer einzuschätzen. Ähnlich verhält es sich bei der Kreditwürdigkeit. Ein junger Mensch ohne jede Kreditgeschichte wird eher vorsichtig bewertet, weil die SCHUFA noch nicht viel über sein Zahlungsverhalten weiß. Der Score solcher „Blanko“-Personen ist nicht automatisch schlecht, aber eben auch nicht Spitzenklasse – oft bewegt er sich irgendwo im mittleren bis guten Bereich, je nach sonstigen Daten. Ein erfahrener Kreditnehmer mit langer, sauberer Zahlungshistorie kann dagegen einen exzellenten Score erreichen.

    Wichtig zu verstehen: Kredite an sich sind nichts Negatives in deiner SCHUFA-Datei – solange du sie vertragsgemäß zurückzahlst. Jede ordnungsgemäß abbezahlte Finanzierung wird als Positivmerkmal gespeichert (z.B. „Kredit X über Y€ vertragsgemäß erledigt am Datum Z“).

    Das zeigt zukünftigen Gläubigern, dass du zuverlässig bist. Wenn du noch nie einen Kredit, Leasingvertrag oder ähnliches hattest, fehlen diese Referenzen. Dein Score basiert dann nur auf Basisdaten (z.B. wie lange bestehende Konten, keine negativen Einträge usw.) und Vergleichsgruppen. Er ist dann zwar vermutlich immer noch okay, aber eben nicht unbedingt der Allerbeste, den man erzielen könnte.

    Darum ist der Spruch „kein Kredit = beste Schufa“ ein Irrglaube. Natürlich sollst du jetzt nicht sinnlos Kredite aufnehmen. Auch das amerikanische Modell – kauf vieles auf Pump und baue so deinen Score auf – funktioniert hier nicht. Aber du musst auch keine Angst haben, einen Kredit oder Ratenkauf einzugehen, wenn du ihn dir leisten kannst – das alleine ruiniert deinen Score nicht, sondern kann deinen SCHUFA-Score langfristig sogar verbessern, wenn du alles pünktlich zurückzahlst.

    Entscheidend ist immer: Zahlungsverhalten. Null Schulden zu haben ist zwar angenehm, aber für die SCHUFA bist du mit solider, bewiesener Kreditdisziplin am interessantesten.

    Mythos 7: Jede Kreditanfrage zerstört sofort deinen SCHUFA-Score

    Du willst verschiedene Kreditangebote einholen, traust dich aber nicht so recht, weil du gehört hast, jede Anfrage bei der Bank drückt deinen Score nach unten? Diese Sorge kann man haben – aber mit dem richtigen Vorgehen ist sie überwiegend unbegründet. Es stimmt, dass die SCHUFA Bank-Anfragen nach Krediten speichert. Allerdings gibt es hier zwei Arten von Anfragen:

    1. Konditionenanfrage: Wenn du nur mal unverbindlich Zinsen vergleichen möchtest, ohne dass es gleich ein konkreter Antrag ist, kann die Bank dies als Konditionenanfrage bei der SCHUFA markieren. Solche Anfragen haben gar keinen Einfluss auf deinen Score und sind für andere Banken unsichtbar. Du kannst also ruhig bei mehreren Banken Angebote einholen, solange es Konditionsanfragen sind – dein Score bleibt unberührt.

    2. Kreditanfrage (verbindlich): Das ist die offizielle Anfrage, wenn du tatsächlich einen Kredit beantragst. Diese wird in deiner Schufa-Akte vermerkt und ist für andere Kreditgeber eine Weile sichtbar. Mehrere solcher gleichzeitigen Kreditanfragen können tatsächlich deinen Score vorübergehend leicht verschlechtern, weil es so aussieht, als würdest du dich möglicherweise überschulden wollen.

    Aber keine Panik: Einzelne Kreditanfragen in normalem Rahmen sind kein Beinbruch. Problematisch sind nur sehr viele Anfragen, in sehr kurzer Zeit. Banken könnten dann glauben, du seist schon oft abgelehnt worden und machen das auch.

    Wichtig für dich: Wenn du Angebote vergleichst, bestehe darauf, dass die Bank nur eine Konditionenanfrage stellt. Seriöse Kreditvermittler und Banken tun das mittlerweile automatisch, wenn sie dir nur Optionen zeigen. Erst wenn du dich entscheidest, wird eine echte Kreditanfrage draus. Hältst du dich daran, brauchst du keine Angst vor Score-Einbrüchen beim Angebotsvergleich zu haben. Also: Ruhe bewahren und ruhig vergleichen – deine Bonität bleibt dabei intakt, solange es richtig vermerkt wird.

    Mythos 8: Die SCHUFA mag keine Selbstständigen

    Es geht um deine Zahlungszuverlässigleit, sonst nix. Dein Beruf (ob du angestellt, selbstständig oder arbeitslos bist) spielt für die SCHUFA keine Rolle, weil sie diese Informationen nicht hat und nicht speichern darf.

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    Dieser Mythos hält sich oft, weil Banken bei der Bonitätsprüfung oft andere Maßstäbe bei Selbstständigen anlegen. Und vermutlich schiebt deine Hausbank den schwarzen Peter gerne zur SCHUFA. Du weißt es nicht besser und die SCHUFA erfährt es ja nicht.

    Mythos 9: Viele Menschen haben falsche Einträge

    Es gibt immer wieder angefangene Studien zu falschen Einträgen. Und immer wieder auch diverse Meldungen von Fällen in denen „Personenverwechslungen“ vorliegen. Recherchiert man weiter, dann wurde das oft widerlegt.

    Tatsächlich gibt es kaum aussagekräftige Zahlen oder viele bestätigte Fälle. Die SCHUFA hat zu etwa 68 Millionen Menschen rund 1,25 Milliarden Informationen. Wären 10% falsche Informationen, dann wären 125 Millionen Informationen falsch. Oder wären die Daten von 10 % der Menschen falsch, dann wären es 6,8 Millionen Menschen mit falschen Daten.

    Diese Zahlen wären in der Zeitung, in den Nachrichten und in aller Munde. Die Wahrheit ist – falsche oder fehlerhafte Einträge kommen fast nicht vor. Jedoch: Selbst wenn es nur bei einem von 68 Millionen vorkommt – blöd wenn du der eine bist! Daher: Prüfe deine Daten regelmäßig.

    Mythos 10: Mit bonify sammelt die SCHUFA Kontodaten

    Nein! Quatsch! Mit bonify bietet die SCHUFA dir den kostenlosen Dateneinblick per App. Du kannst dich mit dem Ausweis oder deiner Bank anmelden. Das dient lediglich der Identifizierung. Transaktionsdaten werden hier gar nicht geprüft und auch nicht gespeichert.

    Mit bonify kannst du auch deine „FinFitness“ checken. Dafür werden Banktransaktionen analysiert. Die FinFitness ist quasi die Einschätzung deiner Bonität, wie eine Bank sie beim Kredit machen würde. Mit bonify kannst du also deine gesamte Bonität sehen, nicht nur die SCHUFA.

    Diese Daten darf bonify nicht an die SCHUFA weitergeben und die SCHUFA nicht einfach sehen. Die Datenschutzbehörden achten genau darauf. Beide Unternehmen sind eigenständig und bonify ist für dich ein „geschützter“ quasi schufafreier Raum. Ohne deine Zustimmung, darf bonify dir nicht mal deinen Score zeigen.

    Hier kann sich vermutlich einfach niemand vorstellen, dass beide Unternehmen so „kontrolliert“ werden, dass dieser Datentausch gar nicht möglich ist. Dann noch diese Daten ungefragt in den Score zu mischen, dass wäre vermutlich das Ende der SCHUFA. Das passiert garantiert nicht ungefragt, keine Angst.

    Mythos 11: Ein SCHUFA-Eintrag ist schlecht

    Tatsächlich ist jede Information der SCHUFA über dich ein SCHUFA-Eintrag. Und dein Name muss wohl neutral sein. Die SCHUFA speichert negative Einträge wie Zahlungsausfälle, ja. Aber sie speichert auch positive Zahlungserfahrungen ihrer Partner mit dir.

    Tatsächlich haben über 90 % der Menschen mit einem SCHUFA-Score ausschließlich positive Einträge. Ein SCHUFA-Eintrag ist oft also was gutes.

    Mythos 12: Der SCHUFA-Score entscheidet, ob ich eine Wohnung bekomme

    Hier kämpft auch die SCHUFA für dich, allerdings bezahlst du auch dafür. Ein Vermieter hat das recht zu erfahren, ob du zahlungszuverlässig bist. Er hat aber kein recht darauf, sich Mieter nach SCHUFA-Score auszusuchen.

    Viele geben ihre Selbstauskunft einfach an den Vermieter. Das kann man machen – weil es geht ja – aber: Diese Daten sind sensibel. Den Score sieht dein Vermieter normal nicht. Auch nicht deine Einträge.

    Mit einer SCHUFA-Auskunft für Vermieter sieht der Vermieter nur, ob über dich nur positive oder auch negative Informationen vorliegen. Kein Score, kein Eintrag. Daher: Nein den Score sieht der Vermieter nicht und so kann er auch nicht entscheiden.

    Allerdings kostet diese Auskunft Geld. Knapp 30 Euro und der Vermieter gibt diese Kosten oft an potenzielle Mieter weiter. Nur weniger Vermieter sind SCHUFA-Partner und bezahlen selbst.

    Mythos 13: Vor der SCHUFA muss man Angst haben

    Die SCHUFA ist schwer zu verstehen. Bonitätsprüfungen sind teilweise gesetzlich vorgeschrieben (Kreditvergabe) und ergeben völlig Sinn. Du kannst dich nicht überschulden, den Unternehmen und Banken droht kein Verlust.

    Das Risiko ist umso geringer, je besser die Auskunftei und die Unternehmen dich einschätzen können. Auch dank der SCHUFA sind unsere Kreditzinsen niedrig oder Ratengeschäfte überhaupt möglich.

    Ja die Banken profitieren von der SCHUFA. Auch die Partnerunternehmen. Selbst die SCHUFA profitiert vom Verkauf deiner Bonitätsscores, berechnet anhand deiner Daten. Aber auch du profitiertst davon. Du kannst auf Raten online kaufen, deine Kredite sind günstig und Vertragskonditionen ebenso. Vor Geschäften die du nicht stämmen kannst bist du Geschützt und deine Vertragspartner oder Banken, gehen nicht wegen Zahlungsstörungen Pleite.

    Fazit zu Bonitäts- und SCHUFA-Mythen

    Viele Mythen rund um SCHUFA und Bonität entpuppen sich als haltlose Gerüchte. Jetzt weißt du: Dein Score hängt vor allem an deinem Zahlungsverhalten! Halte deine Verträge ein, zahl pünktlich und behalte deine Schufa-Einträge im Auge. Dann kannst du Legenden wie „Kredit = schlechte Bonität“ oder „Schufa mag Selbstständige nicht“ getrost ins Reich der Fabeln verbannen – und mit solidem Wissen entspannter in deine finanzielle Zukunft schauen.

    Quellen: (eine Auswahl der genutzten Referenzen)

    Die Informationen in diesem Artikel stammen aus zuverlässigen Finanzquellen und Ratgebern. Unter anderem diesen:

    Über den Bonitätsguru:

    Seit dem ich ohne jede Erfahrung 2010 mein Haus kaufen wollte, bin ich auf SCHUFA und Boniät aufmerksam geworden. So viele Mythen, Halb- und Unwahrheiten sind im Netz. Bei renomierten und bekannten Personen. Selbst bei Politik, Wirtschaft und Nachrichten wird Bonität immer wieder falsch verstanden. Alles über den SCHUFA-Kamm. Wichtig: Ich bin nicht die SCHUFA. Aber ein Fan von Bonität und Scoring über unsere Landesgrenze hinaus. Fan von Experian, Creditkarma und ja, auch von bonify in Deutschland.