Die SCHUFA einfach erklärt: Wer, was, warum?

Veröffentlicht am: Juni 18, 2024 Von: Bonitätsguru

Vielleicht hast du schon mal von der SCHUFA gehört – zum Beispiel, wenn du einen Handyvertrag abschließen, einen Kredit beantragen oder eine Wohnung mieten wolltest. Viele wissen zwar, dass die SCHUFA irgendetwas mit Krediten und Bonität zu tun hat, aber was genau steckt dahinter? In diesem Artikel erkläre ich dir in aller Ruhe und einfach verständlich, was die SCHUFA ist, wie sie funktioniert und warum es sie gibt.

was ist schufa
Was ist die SCHUFA? Was macht sie, warum und darf sie das? Ist das legal, sogar eine Behörde und wen interessiert das Alles?

Ist die SCHUFA eine Behörde, eine Firma, oder einfach eine große Datenbank? Und warum interessiert es Banken oder Vermieter, was bei der SCHUFA über dich steht? Stell dir vor, wir sitzen bei einer Tasse Kaffee, und ich erzähle es dir – ganz ohne Fachchinesisch. Los geht’s!

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    Was ist die SCHUFA?

    Die SCHUFA – ausgeschrieben „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ – ist keine staatliche Behörde, sondern ein privatwirtschaftliches Unternehmen. Genauer gesagt ist sie die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Eine Auskunftei ist ein Unternehmen, das Daten über die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Personen und Firmen sammelt und darauf basierend Auskünfte erteilt.

    Die SCHUFA wurde bereits 1927 gegründet und hat heute ihren Sitz in Wiesbaden. Ihr gehören mehrere Anteilseigner an, vor allem Banken, Handelsunternehmen und andere Dienstleister – also genau die Branchen, die an Bonitätsinformationen interessiert sind.

    Wie groß ist die SCHUFA? Ziemlich groß: Die SCHUFA hat Angaben zufolge Daten zu rund 68 Millionen Menschen in Deutschland und etwa 6 Millionen Unternehmen gespeichert. Damit hat sie Informationen über so gut wie jede erwachsene Person in Deutschland.

    Insgesamt verwaltet die SCHUFA mehr als eine Milliarde einzelne Datensätze – von deinem Girokonto bis zu deinem Handyvertrag. Diese enorme Datensammlung dient einem klaren Zweck: Die SCHUFA versorgt ihre Vertragspartner mit Infos über die Kreditwürdigkeit Dritter. Vereinfacht gesagt prüft sie also, wie zuverlässig jemand seine Rechnungen und Kredite bezahlt.

    Noch ein wichtiger Punkt: Obwohl viele glauben, die SCHUFA sei eine Art amtliche Stelle, stimmt das nicht. Sie hat keinen hoheitlichen Auftrag, sondern arbeitet im Auftrag ihrer Partnerunternehmen und finanziert sich auch durch Gebühren für Auskünfte.

    Für jede Auskunft, die die SCHUFA erteilt (z.B. an eine Bank), wird also normalerweise eine Gebühr fällig. Das erklärt auch, warum die SCHUFA eine Aktiengesellschaft ist und profitabel arbeiten möchte. Aber warum gibt es die SCHUFA überhaupt? Schauen wir uns das als Nächstes an.

    Warum gibt es die SCHUFA?

    Stell dir vor, du bist eine Bank und jemand fragt dich nach einem großen Kredit. Du möchtest sicher sein, dass diese Person den Kredit auch zurückzahlen kann und will. Genau hier kommt die SCHUFA ins Spiel: Der Zweck der SCHUFA ist es, Unternehmen (z.B. Banken) davor zu schützen, Geld zu verleihen oder Verträge zu schließen, die später platzen, weil der Kunde nicht zahlt.

    Natürlich ist es auch der Zweck, den Verbraucher – also dich – vor Überschuldung zu bewahren. Gerade in Zeiten wo alles mal schnell mit dem Handy bezahlt wird, jedoch die Finanzbildung nicht gut ist, droht vielen Jugendlichen Überschuldung. Oft durchs Telefon oder Internet, aber auch Abos und „Jetzt kaufen, später zahlen“ hat Wirkung.

    Die SCHUFA sammelt also Informationen über die Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral von Verbrauchern. So können z.B. Banken vor der Kreditvergabe prüfen, wie es um die Bonität eines Antragstellers steht – ob er schon andere Kredite hat, ob er Rechnungen pünktlich bezahlt oder vielleicht Schulden nicht beglichen hat.

    Diese geteilten Informationen schaffen Vertrauen im Geschäftsleben. Unternehmen gehen mit einer Bonitätsauskunft weniger Risiko ein, weil sie aus der SCHUFA-Auskunft erkennen können, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du zahlst.

    Umgekehrt kann es für uns Verbraucher auch Vorteile haben: Wenn du eine positive SCHUFA-Historie hast (also bisher alles pünktlich bezahlt hast), bekommst du eher einen Kredit oder einen Vertrag – oft auch zu besseren Konditionen.

    Die SCHUFA sammelt Daten von uns, dass wir uns zu bestimmten Anlässen als zahlungsfähig ausweisen können. Du musst also nicht jedem neuen Vermieter oder Verkäufer erst deine gesamte Finanzhistorie selbst darlegen; die SCHUFA-Auskunft übernimmt diesen Vertrauensnachweis für dich.

    Kurz gesagt: Die SCHUFA existiert, um Transparenz zwischen Kunden und Unternehmen zu schaffen. Sie hilft, Zahlungsausfälle zu vermeiden und ermöglicht es, dass z.B. Kreditgeschäfte schneller und mit kalkulierbarem Risiko abgeschlossen werden können. Schauen wir uns zuerst an, wie die SCHUFA all diese Informationen sammelt und verwendet.

    Wie funktioniert die SCHUFA?

    Die SCHUFA funktioniert im Prinzip wie eine große Daten-Sammelstelle mit Geben-und-Nehmen-Prinzip. Die Unternehmen, die Vertragspartner der SCHUFA sind (z.B. Banken, Sparkassen, Versandhändler, Telekommunikationsanbieter), melden der SCHUFA bestimmte finanzielle Daten über dich – und dürfen im Gegenzug Auskünfte über dich abrufen, wenn sie ein berechtigtes Interesse haben.

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    Berechtigtes Interesse heißt: Es muss einen konkreten Anlass geben, etwa du willst einen Kredit, einen Kauf auf Rechnung oder einen Handyvertrag. Dann fragt das Unternehmen deine SCHUFA-Daten ab, um deine Kreditwürdigkeit zu prüfen (Bonitätsprüfung). Die SCHUFA liefert diese Informationen in Form einer SCHUFA-Auskunft oder eines Scores (dazu gleich mehr / eines Voweg: deine Bonität ist nicht nur der Score).

    Schauen wir uns die wichtigsten Punkte im Ablauf an:

    Welche Daten sammelt die SCHUFA?

    Die SCHUFA speichert verschiedene Arten von Daten über dich. Hier die wichtigsten Beispiele:

    • Persönliche Basisdaten: Name, Adresse, Geburtsdatum und früher auch mal dein Geschlecht. Diese Daten identifizieren dich eindeutig.
    • Bank- und Kreditverträge: Informationen über Girokonten, Kreditkarten, Kredite, Baufinanzierungen, Dispokredite, Ratenzahlungen und Leasingverträge – also alles, wo du Geld leihst oder auf Kredit kaufst. Eröffnest du ein neues Konto oder nimmst einen Kredit auf, meldet die Bank das der SCHUFA.
    • Mobilfunk- und Versandhandelskonten: Abschluss eines Handyvertrags oder Kundenkontos mit Ratenzahlung bei einem Versandhaus? Auch solche Vertragspartner melden, dass du Kunde bist. So wissen andere Anbieter später z.B., dass du schon einen Handyvertrag hast.
    • Öffentliche Verzeichnisse: Die SCHUFA bekommt Daten aus Amtsgerichten, z.B. ob jemand eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hat (was auf Zahlungsschwierigkeiten hindeutet) oder ob ein Privatinsolvenzverfahren eröffnet wurde. Solche Informationen sind öffentlich einsehbar und werden von der SCHUFA übernommen.
    • Negativmerkmale: Das sind warnende Einträge, zum Beispiel Zahlungsausfälle, vom Gläubiger gekündigte Kredite, gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsbescheide oder ähnliches. Wenn du eine Rechnung trotz Mahnung nicht bezahlst und es zum Mahnbescheid oder Gerichtsvollzieher kommt, landet ein solcher negativer SCHUFA-Eintrag in deiner Datei. Auch eine Verbraucherinsolvenz wäre ein gravierendes Negativmerkmal.

    All diese Informationen zusammen ergeben ein ziemlich umfassendes Bild deiner bisherigen Zahlungsmoral. Wichtig: Die SCHUFA erhebt nicht einfach wahllos alle möglichen Daten über dich.

    Sie konzentriert sich auf finanzielle Vertragsdaten. Es werden keine Angaben erfasst über: dein Einkommen oder Vermögen, deine Kaufgewohnheiten, deinen Beruf, deinen Familienstand, deine Religion, Nationalität oder politische Einstellung.

    Mit anderen Worten, die SCHUFA weiß zwar, ob du deine Rechnungen bezahlt hast, aber nicht, wie viel du verdienst oder wofür du dein Geld ausgibst – solche Informationen hat sie nicht. Selbst dein Wohnort ist der SCHUFA nur als Adresse bekannt; allerdings kann es indirekt eine Rolle spielen (dazu später mehr).

    Die SCHUFA betont außerdem, dass sie keine Daten aus sozialen Netzwerken sammelt – du musst also keine Sorge haben, dass dein Facebook-Profil die Kreditwürdigkeit beeinflusst. Warum betont sie das? Weil es immer wieder diese Mythen gibt, aber deine Posts in sozialen Netzwerken geben keinen Hinweis auf Zahlungsmoral. Die SCHUFA hätte gar nichts von deinen Posts vor einem Sportwagen.

    Wie entsteht eine SCHUFA-Auskunft und der Score?

    Wenn nun ein Unternehmen – etwa eine Bank – deine SCHUFA-Auskunft einholt, bekommt es im Regelfall zwei Dinge: zum einen eine Liste relevanter Einträge (z.B. bestehende Konten, Kreditverträge, eventuelle Negativmerkmale) und zum anderen einen numerischen Score-Wert. Der SCHUFA-Score ist ein Zahlwert, der deine voraussichtliche Zahlungsfähigkeit in Prozent ausdrückt.

    Er gibt also an, wie hoch statistisch die Wahrscheinlichkeit ist, dass du in Zukunft deine Verbindlichkeiten erfüllst. Ein hoher Score (nahe 100 %) bedeutet sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit, ein niedriger Score entsprechend ein höheres Risiko.

    Tipp: Deinen Score kannst du kostenlos bei bonify einsehen.

    Wie wird dieser Score berechnet? Die genaue Formel ist ein Geschäftsgeheimnis der SCHUFA, aber grundsätzlich fließen alle gespeicherten bonitätsrelevanten Daten in ein statistisches Modell ein (Scoring-Verfahren). Faktoren, die den Score beeinflussen, sind zum Beispiel:

    • Dein Zahlungsverhalten: Hast du in der Vergangenheit Rechnungen und Kredite pünktlich bezahlt? Regelmäßig vertragsgemäßes Zahlen wirkt positiv auf den Score. Umgekehrt führen verpasste Zahlungen oder gar Ausfälle zu einer Verschlechterung des Scores.
    • Kredit- und Konto-Historie: Wie viele Kredite, Konten und Karten hast du und seit wann? Eine lange, stabile Kreditbeziehung (z.B. jahrelang dasselbe Girokonto, stets im grünen Bereich) gilt als gutes Zeichen. Wenn du sehr viele Kredite oder Kreditkarten hast, kann das aber als Risiko gewertet werden – vor allem, wenn sie relativ neu sind.
    • Anfragen für Kredite: Wusstest du, dass es einen Unterschied macht, wie eine Kreditanfrage bei der SCHUFA gestellt wird? Mehrere echte Kreditanfragen in kurzer Zeit können deinen Score etwas drücken, weil es so aussieht, als würdest du dringend Geld benötigen. Deshalb gibt es den Hinweis, beim Konditionenvergleich von Krediten darauf zu achten, dass Banken nur eine “Anfrage Kreditkonditionen” (schufaneutral) stellen und keine “Anfrage Kredit”, die den Score beeinflusst. Viele parallele Anfragen ohne diesen neutralen Vermerk können sich negativ auswirken.
    • Negative Merkmale: Klar, harte Negativ-Einträge wie ein offener Mahnbescheid, Vollstreckungen oder Insolvenzen sind ein heftiger Schlag für deinen Score. Solche Dinge bleiben meist drei Jahre lang in deiner SCHUFA gespeichert, selbst wenn die Schulden längst beglichen sind, und verbessern erst nach Ablauf dieser Frist oder durch gerichtliche Löschung deinen Score wieder.
    • Adresse und Umfeld: Dieser Faktor ist umstritten, aber manche Auskunfteien berücksichtigen statistische Daten über dein Wohnumfeld. Wenn du in einer Gegend wohnst, in der viele Zahlungsausfälle vorkommen (z.B. ein statistisch einkommensschwaches Gebiet mit hoher Arbeitslosigkeit), kann das indirekt zu einer etwas vorsichtigeren Bewertung führen. Die SCHUFA selbst sagt, sie bewerte Personen nicht nach dem Wohnort; allerdings fließen vergangene Adresswechsel und Meldedaten in das Profil ein. Positiv ist, wenn du lange unter derselben Adresse gemeldet bist – das zeigt Stabilität und Auffindbarkeit, was Gläubiger beruhigt.
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    Diese Liste ist nicht vollständig, gibt dir aber eine Idee. Vereinfacht gesagt: Wenn du deine finanziellen Verpflichtungen zuverlässig erfüllst, hält die SCHUFA dich für kreditwürdig; wenn nicht, dann sinkt deine Kreditwürdigkeit. Gute Führung (pünktlich zahlen, wenige Kredite, lange Kundenbeziehungen) tut deinem Score gut, während unübersichtliche Finanzverhältnisse oder Zahlungssünden ihm schaden.

    Noch ein Hinweis: Eine SCHUFA-Selbstauskunft anzufordern, beeinflusst deinen Score nicht. Du kannst also beruhigt selbst nachschauen (dazu gleich mehr), ohne Nachteile zu befürchten.

    Wer darf SCHUFA-Daten abrufen?

    Nicht jeder kann einfach in der SCHUFA stöbern – es geht nur auf Anfrage mit berechtigtem Interesse. SCHUFA-Vertragspartner sind wie erwähnt Banken, Kreditinstitute, Versicherungen, Versandhändler, Telekommunikationsfirmen, aber auch z.B. einige Vermieter oder Leasinggesellschaften.

    Sie alle müssen strenge Datenschutzauflagen erfüllen, um Partner zu werden. Wenn so ein Partner nun deine Daten abruft, sieht er nur das, was für sein Anliegen relevant ist.

    Beispiel: Eröffnest du ein neues Girokonto, will die Bank vor allem wissen, ob du schon andere Konten, Kredite oder Kreditkarten hast und ob irgendwo Zahlungsschwierigkeiten vermerkt sind. Ein Mobilfunkanbieter hingegen interessiert sich primär dafür, ob du Rechnungen bisher immer bezahlt hast oder ob du Negativmerkmale (offene Schulden) hast.

    Nicht jeder sieht alles: Bestimmte heikle Details wie Kreditbeträge oder genaues Zahlungsverhalten sind nur für Banken sichtbar (A-Auskunft), während Telefonanbieter oder Versandhäuser eine eingeschränkte Auskunft (B-Auskunft) erhalten, die nur ja/nein-Informationen zu Zahlungsausfällen enthält. Dieses gestufte System soll die Datensparsamkeit wahren – niemand bekommt mehr Infos als nötig.

    Und wer schaut nicht rein? Zum Beispiel dein Arbeitgeber nicht (für ein Arbeitsverhältnis ist die SCHUFA irrelevant) und auch keine Behörden ohne Weiteres. Die SCHUFA ist für private Vertragsgeschäfte gedacht. Du selbst darfst natürlich auch jederzeit deine eigenen Daten einsehen.

    Was bedeutet „SCHUFA-Eintrag“ eigentlich?

    Umgangssprachlich reden viele vom “SCHUFA-Eintrag”, oft in einem besorgten Ton („Hoffentlich kriege ich keinen Schufa-Eintrag!“). Hier ist wichtig zu verstehen: Jede gespeicherte Information bei der SCHUFA ist ein „Eintrag“, also auch positive Dinge.

    Du hast auf jeden Fall SCHUFA-Einträge, sobald du am Wirtschaftsleben teilnimmst – z.B. Konto, Handyvertrag = Eintrag. Das ist völlig normal und nichts Schlechtes. Was die Leute meistens meinen, sind negative SCHUFA-Einträge, also die oben erwähnten Negativmerkmale wie unbezahlte Rechnungen. Diese kann man sich tatsächlich einhandeln, wenn man seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, und die sollte man möglichst vermeiden, weil sie deine Bonität stark verschlechtern.

    Falls du mal Werbung siehst à la “Schufa löschen lassen” oder “Kredite ohne SCHUFA”, sei skeptisch. Kredite ohne SCHUFA bedeuten in der Regel nur, dass eine andere Auskunftei geprüft wird oder der Kreditgeber das Risiko aufschlägt. Auch solche Kredite werden nicht ohne Bonitätsprüfung vergeben – und bei schlechter Bonität sind sie oft einfach teurer, sprich mit höheren Zinsen verbunden. Ein seriöses Unternehmen verleiht kein Geld, ohne die Kreditwürdigkeit zu checken. Die SCHUFA ist eben der bekannteste Prüfdienst, aber nicht der Einzige.

    Was habe ich als Verbraucher mit der SCHUFA zu tun?

    Als Verbraucher begegnet dir die SCHUFA häufiger, als dir lieb ist – immer dann, wenn jemand deine Bonität prüfen will. Hier ein paar typische Situationen, in denen du direkt oder indirekt mit der SCHUFA in Berührung kommst:

    • Bankgeschäfte: Bei Kreditaufnahme, Kontoeröffnung, Kreditkartenantrag etc. wirst du meist eine Klausel unterschreiben (bzw. im Antrag steht ein Hinweis), dass die Bank Auskünfte bei der SCHUFA einholt. Ohne diese Prüfung gibt es in Deutschland praktisch keinen Kredit von normalen Banken.
    • Einkauf und Verträge: Beim Kauf auf Rechnung oder Ratenzahlung (z.B. im Online-Shop), bei Leasing oder beim Abschluss eines neuen Handyvertrags schauen die Anbieter fast immer in die SCHUFA. Sie wollen sicher sein, dass du deine Raten zahlen kannst.
    • Wohnung mieten: Viele Vermieter verlangen eine SCHUFA-Auskunft von Mietinteressenten. Damit wollen sie sehen, ob der potenzielle Mieter zuverlässig seine Rechnungen bezahlt hat. Es wäre ja ein Warnsignal, wenn z.B. unbezahlte Schulden oder Insolvenzen in der Auskunft stehen. Für dich als Mieter heißt das: Du musst ggf. eine aktuelle SCHUFA-Bonitätsauskunft vorlegen. Diese bekommst du entweder direkt bei der SCHUFA oder manchmal auch über Partner wie Postbank oder Sparkasse, meistens gegen eine Gebühr. Sie enthält ein offizielles Schreiben „keine negativen Einträge vorhanden“ oder eben die „auch negative Einträge“. Kein SCHUFA-Score für Vermieter.
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    Kurzum, die SCHUFA begleitet dich durchs finanzielle Leben. Solange alles glatt läuft, merkst du wenig davon – du bekommst deine Kredite oder Verträge einfach genehmigt. Erst wenn es hakt (z.B. Kreditablehnung), wirst du vielleicht stutzig: „Wieso das denn?“ Dann hat meist die SCHUFA-Auskunft etwas damit zu tun.

    Kannst du deine SCHUFA-Daten selbst einsehen? Ja, absolut – und das solltest du auch von Zeit zu Zeit tun! Jeder Bürger hat das Recht, einmal pro Jahr kostenlos eine Selbstauskunft bei der SCHUFA anzufordern. Früher musste man ein Formular ausfüllen und per Post einschicken, heute geht das sogar online.

    Diese sogenannte Datenkopie nach Art. 15 DSGVO enthält alle Infos, die die SCHUFA über dich gespeichert hat, und auch eine Übersicht, wer in letzter Zeit Anfragen gestellt hat. Es ist schlau, diese Auskunft gelegentlich anzufordern – so siehst du, ob alles korrekt ist.

    Heute arbeitet die SCHUFA mit bonify und du kannst dort deine „SCHUFA-Auskunft“ kostenlos einholen. Einfach in der App.

    Keine Angst: Die eigene Auskunft anzufordern, verschlechtert nicht deine Bonität. Und falls du Fehler findest (ist selten, kann aber vorkommen, z.B. ein längst erledigter Eintrag wurde nicht gelöscht), kannst du eine Korrektur verlangen. Die SCHUFA muss falsche oder veraltete Daten berichtigen oder entfernen, sobald es nachweisbar ist. Auch das geht wieder direkt mit bonify aus der APP.

    Wichtig: Diese kostenlose Datenkopie enthält sehr ausführliche persönliche Daten. Die solltest du nicht Dritten geben, etwa dem Vermieter – dafür ist sie nicht gedacht. Ich meine, du kannst – aber du solltest nicht. Vermieter sollten sich ihre Mieter nicht nach dem Score aussuchen. Wenn das erstmal einreisst, wird genau das passiere.

    Für Vermieter oder Geschäftspartner gibt es die offizielle SCHUFA-Bonitätsauskunft (kostenpflichtig), die du bestellen kannst. Diese besteht meist aus zwei Teilen: einem Dokument nur mit den relevanten Bonitätsinformationen für den Vermieter (ohne sensible Details) und einem zweiten Blatt für dich selbst, wo alles draufsteht. So bleiben deine detaillierten Daten privat.

    Fazit: Bonität vs. SCHUFA-Score

    Die SCHUFA ist also eine zentrale Auskunftei in Deutschland, die Informationen über die Kreditwürdigkeit von fast jedem von uns sammelt. Was sie tut: Sie speichert Daten über Kredite, Konten und Zahlungsverhalten und erstellt daraus Bonitätsauskünfte und Score-Werte. Warum: Damit Unternehmen (und auch Privatleute wie Vermieter) einschätzen können, wie zuverlässig jemand zahlen wird – das schützt vor Zahlungsausfällen.

    Wie es funktioniert: Vertragspartner liefern der SCHUFA Daten und erhalten im Gegenzug Auskünfte, wenn sie ein berechtigtes Interesse haben. Die SCHUFA ist kein Staatsorgan, sondern eine Firma mit Sitz in Wiesbaden und sie hat Daten zu Millionen von Menschen gespeichert. In deiner SCHUFA-Auskunft stehen sowohl positive Vertragsdaten als auch eventuelle Negativmerkmale.

    Ein schlechter SCHUFA-Score kann dein Leben merklich erschweren – von Krediten über Handyverträge bis zur Wohnungssuche. Aber du hast es zum großen Teil selbst in der Hand: Durch ein verantwortungsbewusstes Zahlungsverhalten hältst du deine SCHUFA sauber. Und vergiss nicht, du kannst einmal im Jahr kostenlos nachschauen, was über dich gespeichert ist.

    So behältst du den Überblick. In diesem Sinne: Jetzt weißt du, wer oder was die SCHUFA ist und warum sie eine so große Rolle im Alltag spielt. Es ist im Grunde nichts Geheimnisvolles – einfach ein Auskunftssystem, das für Vertrauen zwischen Geschäftspartnern sorgt. Und wenn du immer schön deine Rechnungen zahlst, brauchst du die SCHUFA auch nicht zu fürchten

    Verwendete Quelle:

    Die Informationen in diesem Artikel stammen aus zuverlässigen Finanzquellen und Ratgebern. Unter anderem diesen:

    Über den Bonitätsguru:

    Seit dem ich ohne jede Erfahrung 2010 mein Haus kaufen wollte, bin ich auf SCHUFA und Boniät aufmerksam geworden. So viele Mythen, Halb- und Unwahrheiten sind im Netz. Bei renomierten und bekannten Personen. Selbst bei Politik, Wirtschaft und Nachrichten wird Bonität immer wieder falsch verstanden. Alles über den SCHUFA-Kamm. Wichtig: Ich bin nicht die SCHUFA. Aber ein Fan von Bonität und Scoring über unsere Landesgrenze hinaus. Fan von Experian, Creditkarma und ja, auch von bonify in Deutschland.