Bonität kostenlos prüfen – Kostenlose Wege zur Bonitätsabfrage im Überblick

Veröffentlicht am: August 19, 2024 Von: Bonitätsguru

Kennst du das mulmige Gefühl, wenn irgendwo das Wort „SCHUFA“ fällt? Für viele von uns in Deutschland ist die Bonität – also unsere Kreditwürdigkeit – so etwas wie ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei entscheidet sie im Hintergrund oft mit, ob du einen Handyvertrag bekommst, zu welchen Konditionen du einen Kredit abschließen kannst oder sogar, ob dich ein Vermieter als Mieter haben will.

Oft denkt man, an die eigenen Bonitätsinformationen kommt man nur schwer heran oder man müsse sogar dafür bezahlen. Aber keine Sorge, es gibt gute Nachrichten: Du kannst deine Bonität tatsächlich kostenlos prüfen!

bonität kostenlos prüfen
SCHUFA-Einträge – mehr als nur ein „Schreckgespenst“

In diesem Artikel schauen wir uns an, welche Möglichkeiten es gibt, um gratis eine Bonitätsauskunft zu bekommen. Wir vergleichen insbesondere die kostenlose Selbstauskunft (z.B. bei der SCHUFA) und moderne Online-Services wie bonify, mit denen du deine Bonitätsdaten jederzeit im Blick haben kannst.

Mach es dir bequem – wir klären das alles Schritt für Schritt, ganz ohne Fachchinesisch und so, als würden wir zwei uns einfach locker unterhalten. Du wirst sehen: Die eigene Bonität zu checken ist weder Hexenwerk noch teuer.

Inhalt auf dieser Seite

    Was ist Bonität – und warum solltest du sie überprüfen?

    Bonität bedeutet vereinfacht gesagt, wie kreditwürdig jemand ist – also wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihre Rechnungen und Kredite zuverlässig bezahlt. Diese Kreditwürdigkeit wird von sogenannten Auskunfteien (Wirtschaftsauskunfteien) anhand von gesammelten Daten als Score-Wert berechnet.

    Im Hintergrund wirken dabei „ausgeklügelte Punkte- und Bewertungssysteme“, die aus vielen einzelnen Informationen ein Gesamtbild deiner Zahlungsfähigkeit erstellen. Banken, Mobilfunkanbieter, Online-Shops und sogar Vermieter fragen bei solchen Auskunfteien deine Bonität ab, wenn du einen Vertrag abschließen willst.

    In der Regel bekommst du davon gar nichts mit – aber dieser Schufa-Score (oder ein ähnlicher Score einer anderen Auskunftei) kann darüber mitentscheiden, ob dein Antrag akzeptiert oder abgelehnt wird und welche Konditionen man dir anbietet.

    Angesichts dieser Bedeutung ist es sehr sinnvoll, die eigene Bonität ab und zu selbst zu prüfen. Hier ein paar Gründe, warum du das tun solltest:

    • Fehler finden und korrigieren: Die Daten, die über dich gespeichert sind, könnten veraltet oder falsch sein. Beispielsweise können durch Verwechslungen, Übermittlungsfehler oder missverständliche Anfragen negative Einträge entstehen. Wenn du deine Auskunft überprüfst, kannst du solche Fehler entdecken und bei der Auskunftei eine Korrektur verlangen. Das passiert nicht oft, ist aber ungünstig, wenn es ausgerechnet dir passiert.
    • Böse Überraschungen vermeiden: Es ist besser, selbst zu wissen, was in deiner Schufa-Auskunft steht, bevor es ein anderer tut. Stell dir vor, du beantragst einen Kredit oder willst eine Wohnung mieten – und erfährst erst dann, dass ein negativer Eintrag vorhanden ist. Wenn du rechtzeitig Bescheid weißt, kannst du dich darauf einstellen oder den Eintrag klären, anstatt eine plötzliche Ablehnung zu kassieren. (PS: die „SCHUFA-App“ bonify kann dich mitlerweile kostenlos bei Negativeinträgen benachrichtigen)
    • Identitätsdiebstahl vorbeugen: Sollte jemals jemand versuchen, in deinem Namen Verträge abzuschließen, würde das in deiner Bonitätsauskunft auftauchen. Durch regelmäßiges Prüfen merkst du so etwas schneller und kannst gegensteuern.
    • Eigene Finanzlage im Blick behalten: Dein Bonitätsscore fasst dein bisheriges Zahlungsverhalten zusammen. Ihn zu kennen, kann dir helfen, deine finanzielle Gesundheit besser einzuschätzen. Außerdem kannst du mit dem Wissen um deine Bonität gezielt daran arbeiten, sie weiter zu verbessern – z.B. indem du unnötige Kredite vermeidest, Rechnungen pünktlich bezahlst etc.
    • Es ist dein gutes Recht: Seit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hast du ein verbrieftes Recht darauf, zu erfahren, welche Daten Unternehmen über dich gespeichert haben. Deine Bonität ist deine persönliche „finanzielle Visitenkarte“, du hast also das Recht (und eigentlich auch das Bedürfnis), zu wissen, was darin steht. Warum dieses Recht nicht nutzen – besonders wenn es dich nichts kostet?

    Kurz gesagt: Die eigene Bonität zu prüfen tut nicht weh, kostet nichts und gibt dir die Kontrolle über deine finanziellen Reputation. Nun stellt sich die Frage, wie man an diese Infos kommt, ohne Geld auszugeben. Genau das schauen wir uns als Nächstes an.

    Welche Möglichkeiten gibt es, deine Bonität kostenlos zu prüfen?

    Grundsätzlich hast du zwei Wege, um gratis an Informationen über deine Bonität zu gelangen: offizielle Selbstauskünfte bei den Auskunfteien selbst oder die Nutzung von kostenlosen Online-Diensten wie bonify. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Schauen wir sie uns im Detail an.

    Kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA (Datenkopie nach DSGVO)

    Der klassisch-offizielle Weg, um an deine Bonitätsdaten zu kommen, ist die Selbstauskunft direkt bei der Auskunftei. In Deutschland ist die SCHUFA die mit Abstand wichtigste und bekannteste Auskunftei – daher nehmen wir sie als Beispiel. Du hast aber bei allen Auskunfteien das Recht, Auskunft über deine gespeicherten Daten zu verlangen. Weitere Auskunfteien wären: Boniversum, Crif oder Informa Solutions – um die vie größten genannt zu haben.

    Dank der DSGVO muss dir die Schufa (und andere Auskunfteien) diese Auskunft kostenlos erteilen. Entgegen einem weit verbreiteten Irrglauben ist das nicht mehr auf einmal pro Jahr beschränkt. Früher gab es tatsächlich die Faustregel „eine kostenlose Schufa-Auskunft pro Jahr“, doch diese starre Grenze gilt nicht mehr seit Geltung der DSGVO.

    Du kannst also theoretisch mehrmals im Jahr kostenlos eine Selbstauskunft anfordern, wenn sich relevante Änderungen ergeben haben – z.B. nach Abschluss eines neuen Kredits oder wenn ein Negativeintrag gelöscht wurde. Lediglich bei exzessiv häufigen Anfragen könnte die Auskunftei ein Entgelt verlangen. Als grobe Richtschnur empfiehlt sogar die Verbraucherzentrale, mindestens einmal jährlich die eigenen Daten bei den Auskunfteien einzuholen. Das schadet nie und sorgt für einen aktuellen Überblick.

    Könnte zu dir passen:  Der neue SCHUFA-Score: verständlich erklärt

    Problemlos sollte es dir Möglich sein, jedes quartal deine kostenlose SCHUFA-Auskunft zu beantragen. So oft wird dein Basisscore neu berechnet, so oft ändern sich auch deine Daten in der kostenlosen bonify-App.

    Wie bekommt man nun die kostenlose Schufa-Selbstauskunft? Hier die Schritte in Kürze:

    1. Online-Formular finden: Gehe auf die Website meineSCHUFA.de. Die kostenlose Auskunft ist dort etwas versteckt – sie läuft offiziell unter dem Begriff „Datenkopie (nach Art. 15 DSGVO)“ und nicht unter „Bonitätsauskunft“. Suche auf der Seite nach Datenkopie, um das richtige Bestellformular zu finden. (Lass dich nicht von den kostenpflichtigen Angeboten auf der Schufa-Seite irritieren – die wollen wir ja gerade umgehen.)
    2. Formular ausfüllen: Du musst einige Pflichtangaben machen – in der Regel Name, Adresse, Geburtsdatum – damit die Schufa dich eindeutig identifizieren kann. Eine Begründung brauchst du nicht anzugeben. Achte darauf, wirklich das kostenlose Formular zu verwenden.
    3. Absenden und ggf. Identität nachweisen: Schicke den Antrag online ab (oder alternativ per Post/Fax, falls angeboten). In manchen Fällen verlangt die Schufa einen Nachweis, dass du wirklich du bist – etwa wenn die angegebene Adresse nicht mit der gespeicherten übereinstimmt. Dann kann es nötig sein, eine Kopie deines Personalausweises nachzureichen. Dies dient dem Identitätsschutz. Falls du eine Ausweiskopie einsendest, solltest du jedoch aus Datenschutzgründen alle nicht benötigten Angaben darauf schwärzen (z.B. die Ausweisnummer).
    4. Warten auf Post: Die Schufa schickt dir deine Datenkopie per Post nach Hause. Das dauert in der Regel ein bis fünf Werktage. Hab also etwas Geduld. Die Auskunft kommt in Briefform auf Papier (kostenloser PDF-Download wird von der Schufa in diesem Fall auch angeboten, der Zugang steckt allerdings in der Post).

    Eine ausführliche Anleitung mit Screenshots und Links findest du hier.

    Was steht nun in dieser Selbstauskunft drin?

    Es ist im Grunde eine Auflistung aller Daten, die die Schufa über dich gespeichert hat: Welche Konten und Kredite du hast, welche Handyverträge laufen, ob du Leasing oder Versandhandelskonten hast, ob Zahlungsstörungen gemeldet wurden usw.

    Außerdem steht dort dein aktueller Score-Wert bzw. die Score-Klasse. Diese kostenlose Datenkopie enthält alle Details, ist aber nicht auf den ersten Blick „schön“ aufbereitet. Es ist eben eine datenrechtliche Auskunft, kein offizielles Zertifikat.

    Wichtig: Sie enthält aus Datenschutzgründen mehr Informationen, als ein Vertragspartner (z.B. Vermieter) typischerweise sehen soll. Unter anderem sind z.B. auch frühere Anschriften oder Anfragen der letzten Monate aufgeführt. Diese Infos sind für dich interessant, aber ein Vermieter würde damit überfordert – für solche Zwecke gibt es gesonderte Auskünfte. Auch deinen Score sieht der Vermieter normalerweise nicht. Lediglich ob du nur positive oder auch negative Einträge hast.

    Weil die Schufa-Datenkopie sehr sensible persönliche Daten enthält, solltest du vorsichtig damit umgehen. Lege sie sicher ab und gib sie nicht unbedacht an Dritte weiter. Für eine Wohnungssuche beispielsweise ordert man besser eine offizielle Bonitätsauskunft, bei der nur die notwendigen Infos für den Vermieter drauf sind. Die kostenlose Datenkopie erfüllt zwar einen ähnlichen Zweck (Nachweis deiner Bonität), ist aber so detailliert, dass sie für Außenstehende eher verwirrend und datenschutzrechtlich auch nicht ideal ist. Der Vermieter hat kein Recht sich Vermieter nach Score auszusuchen, daher bekommt er ihn normal nicht.

    Noch ein Tipp: Lass dich nicht von zwielichtigen Webseiten oder Angeboten in die Irre führen! Es gibt im Internet leider „Dienstleister“, die die Schufa-Selbstauskunft für dich beantragen – und dafür kassieren. Das ist völlig unnötig und oft Abzocke.

    Die Verbraucherzentrale und auch die Schufa warnen ausdrücklich: Diese Auskünfte gibt es kostenfrei, lass dich nicht von kostenpflichtigen Angeboten (Trittbrettfahrern) beirren. Nutze am besten direkt die offiziellen Kanäle wie oben beschrieben. Es ist ein bisschen bürokratisch, aber dafür wirklich gratis.

    Wenn du ganz sicher gehen möchtest, kannst du also bei jeder großen Auskunftei einmal im Jahr deine Daten abfragen. In der Praxis holen sich aber die meisten Unternehmen so oder so eine Auskunft bei der Schufa, da diese die mit Abstand größte Datenbank hat.

    Die Schufa ist das größte und bekannteste Unternehmen für Bonitätsprüfungen in Deutschland, während andere Auskunfteien eher ergänzend arbeiten.

    Bonify – deine SCHUFA-Daten kostenlos online einsehen

    Neben dem amtlichen Weg über Formulare und Briefe gibt es heutzutage auch bequeme digitale Lösungen, um die eigene Bonität zu prüfen. Einer der bekanntesten Dienste hierfür in Deutschland ist bonify.

    Bonify ist ein Berliner FinTech-Start-up, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Bonitätsinformationen einfach und gratis für Verbraucher zugänglich zu machen. Das Tolle daran: bonify bietet dir einen dauerhaft kostenlosen Einblick in deine Bonitätsdaten – und zwar online, rund um die Uhr.

    Bonify funktioniert im Grunde ähnlich wie die Schufa-Selbstauskunft, nur viel nutzerfreundlicher und schneller. Seit 2022 gehört bonify zur SCHUFA (es ist jetzt eine Tochterfirma). Deshalb greift bonify auch auf die originalen SCHUFA-Daten zurück. Mit anderen Worten: Wenn du dich bei bonify registrierst, bekommst du direkten Einblick in deine Schufa-Akte – kostenlos und digital.

    Du siehst also die gleichen Infos, die du über eine Schufa-Selbstauskunft per Post bekommen würdest, nur ohne Wartezeit und hübsch aufbereitet.

    Könnte zu dir passen:  bonify und SCHUFA starten Kooperation

    Um bonify zu nutzen, musst du dich zunächst einmalig registrieren. Die Anmeldung erfolgt online auf bonify.de oder über die bonify-App. Du gibst einige persönliche Daten ein (Name, Adresse, Geburtsdatum – ähnlich wie beim Schufa-Formular) und legst ein Benutzerkonto an.

    Anschließend folgt eine Identitätsprüfung, damit bonify sicher sein kann, dass niemand anders sich Zugriff auf deine Bonitätsdaten verschafft. Diese Identifizierung läuft praktischerweise über deinen Ausweis oder dein Online-Banking: bonify bietet an, dass du dich mit deinen Bankzugangsdaten verifizierst.

    Keine Sorge, dabei wird kein Geld bewegt – das System prüft nur deine Stammdaten über eine sichere Verbindung. Alternativ stehen auch klassische Verfahren wie PostIdent oder VideoIdent zur Verfügung, sind aber bei bonify normalerweise nicht nötig. Sobald die Identität bestätigt ist, kann es auch schon losgehen.

    Hier eine Anleitung mit Screenshots und genauerer Erklärung – außerdem den Unterschied von Webapp und Handyapp.

    Was kann bonify noch

    Nach der Anmeldung und Verifizierung erhältst du bei bonify sofort Einblick in deine Bonität. Konkret siehst du auf deinem Dashboard zunächst einen Score-Wert von 0 bis 100 – das ist dein SCHUFA-Basisscore in einer vereinfachten Form (je höher, desto besser).

    Bonify zeigt diesen Score auch in Kategorien an (z.B. „Hervorragend“, „Gut“, „Mittel“ usw.), damit du einschätzen kannst, wo du stehst.

    Daneben bietet bonify eine Übersicht deiner Schufa-Einträge: Welche Kredite laufen, welche Konten oder Verträge registriert sind und ob eventuell Negativeinträge (Zahlungsausfälle, Mahnbescheide etc.) vorliegen.

    Die Darstellung ist übersichtlich und verständlich. Praktisch ist auch, dass du sehen kannst, wer in den letzten 12 Monaten deine SCHUFA-Daten abgefragt hat – also z.B. welche Bank oder welcher Mobilfunkanbieter eine Auskunft über dich eingeholt hat. So hast du Transparenz, wer sich für deine Bonität interessiert hat.

    Bonify beschränkt sich aber nicht nur darauf, dir deine Daten anzuzeigen. Der Dienst versteht sich als eine Art Finanzcoach: Du bekommst personalisiere Spartipps und Vorschläge, wie du deine finanzielle Situation verbessern könntest. Es gibt den sogenannten FinFitness-Score, der deine finanzielle Fitness bewertet (anhand deiner Kontoumsätze und Bonitätsdaten) – ebenfalls kostenlos.

    Bonify verdient sein Geld nicht an den Auskünften, sondern dadurch, dass dir bei Bedarf auf dich zugeschnittene Angebote gemacht werden (z.B. ein günstigerer Handyvertrag oder Kredit). Du bist aber nicht verpflichtet, irgendetwas davon abzunehmen. Diese Angebote sind optional und finanzieren das Geschäftsmodell, während alle grundlegenden Funktionen für dich gratis bleiben.

    Zusätzlich bietet bonify den SCHUFA-BonitätsCheck für Vermieter und Abos an. Diese haben nichts mit dem kostenlosen Einblick zu tun, erweitern aber die Funktion.

    In der Praxis bedeutet das: Du kannst bonify als kostenloses Monitoring-Tool für deine Bonität nutzen. Wenn du dich einloggst, bekommst du immer den aktuellen Stand deiner SCHUFA-Daten angezeigt. Sollte sich etwas verändern – z.B. ein neuer Eintrag oder ein Negativeintrag taucht auf – informiert dich bonify auf Wunsch sogar per E-Mail oder Push-Benachrichtigung. So erfährst du zeitnah von Änderungen und böse Überraschungen (wie plötzliche Negativeinträge) bleiben aus.

    Wie verlässlich sind die Daten von bonify?

    Sehr verlässlich, denn wie erwähnt stammen sie direkt aus deiner Schufa-Akte. Bonify ist inzwischen Teil der Schufa, nutzt also exakt die gleichen Datenquellen. Du bekommst somit die originalen Schufa-Informationen. Es gibt keinen abweichenden „Bonify-Score“ mehr (früher, vor der Schufa-Übernahme, basierten bonifys Daten auf der Auskunftei Boniversum – das ist heute nicht mehr so).

    Heute kannst du bonify als Schufa-Online-Auskunft betrachten. Einziger Unterschied: bonify selbst ist keine Auskunftei für Geschäftspartner, sondern ein Service für dich als Nutzer. Das führt zum nächsten Punkt:

    Wird die bonify-Auskunft überall anerkannt?

    Für deinen persönlichen Gebrauch ist bonify perfekt. Allerdings solltest du wissen, dass, wenn z.B. ein Vermieter oder ein neuer Arbeitgeber eine „Schufa-Auskunft“ von dir verlangt, ein Ausdruck deines bonify-Accounts womöglich zu viel ist.

    Wie bei der Schufa-Selbstauskunft gilt auch für bonify – es sind Daten die der Vermieter normal nicht sehen sollte. Aber auch hilft bonify dir weiter: In deinem Dashboard gibt es die Möglichkeit, eine Mieterauskunft mit SCHUFA-BonitätsCheck direkt zu erwerben.

    Das ist dann genau die offizielle Schufa-Bonitätsauskunft (mit Zertifikat und Siegel), nur volldigital über bonify bereitgestellt. Außerdem erweitert um eine Einkommensbestätigung und Mietzahlungsnachweise der letzten Wohnung (wenn vorhanden und Bankkonto verknüpft). Praktisch, da Vermieter das in der Regel auch fordern. Dieser Service ist kostenpflichtig (aktuell 29,99 €).

    Für deine eigene Kontrolle brauchst du das aber nicht. Da bonify die relevanten Daten kostenlos anzeigt, kannst du zunächst alles prüfen. Nur wenn du die Bescheinigung tatsächlich weitergeben musst (z.B. an den Vermieter), ist der Kauf dieser offiziellen Auskunft sinnvoll.

    Weitere Auskunfteien und kostenlose Bonitäts-Checks

    Wie schon angedeutet, ist die Schufa nicht die einzige Firma, die Bonitätsdaten über dich sammelt. In Deutschland gibt es mehrere Auskunfteien, von denen die wichtigsten neben der Schufa Boniversum, CRIF und Informa Solutions (Arvato/Experian) sind.

    Jede dieser Firmen sammelt Daten von verschiedenen Quellen. Viele Banken und Händler arbeiten primär mit der Schufa zusammen, daher hat die Schufa meist das umfassendste Profil einer Person. Doch auch Boniversum & Co. können Einträge führen, die vielleicht bei der Schufa nicht vorhanden sind (etwa, wenn man mal mit einem bestimmten Versandhändler zu tun hatte, der nur mit Boniversum zusammenarbeitet).

    Auch bei allen diesen Auskunfteien hast du gemäß DSGVO das Recht auf kostenlose Selbstauskunft. Praktisch bedeutet das: Du kannst (und solltest im Zweifel) auch bei Boniversum, CRIF und Informa Solutions mindestens einmal jährlich deine Daten checken.

    Könnte zu dir passen:  Mehr als nur die SCHUFA: Ein Überblick über Deutschlands Auskunfteien

    Die Verfahren sind ähnlich wie bei der Schufa – oft gibt es Online-Formulare auf den Websites (die sind mituntersehr gut versteckt und nicht so offensichtlich im Footer wie bei der Schufa).

    Kostenpflichtige Bonitätsauskünfte – wann braucht man sie?

    Bisher habe ich primär über die kostenlosen Möglichkeiten gesprochen. Es gibt aber auch Fälle, in denen man um eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft nicht herumkommt. Wann ist das der Fall?

    • Für Vermieter und offizielle Stellen: Wenn du dich beispielsweise auf eine Wohnung bewirbst, verlangen Vermieter fast immer eine aktuelle Schufa-Auskunft. Hierbei ist ausdrücklich das offizielle Dokument gemeint – oft auch „Schufa-BonitätsAuskunft“ oder neuerdings „SCHUFA-BonitätsCheck“ genannt. Diese Auskunft ist speziell zur Weitergabe an Dritte gedacht und enthält nur die relevantesten Informationen (z.B. „Hat Negativmerkmale: Ja/Nein“ und deinen Score, aber nicht alle Kontodetails). Diese offizielle Auskunft kostet Geld: direkt bei der Schufa derzeit rund 30 €.
    • Du kannst sie online über meineSchufa bestellen (als Download oder per Post), oder auch in vielen Postbank-Filialen und Sparkassen direkt vor Ort gegen Gebühr erhalten. Auch bonify bietet, wie erwähnt, die Möglichkeit, diese Mieterauskunft digital für ~30 € zu beziehen. Wenn es also darum geht, einer dritten Person deine Bonität nachzuweisen, musst du in den sauren Apfel beißen und diese Gebühr investieren – die kostenlosen Selbstauskünfte sind für diesen Zweck nicht ideal.
    • Wenn es schnell gehen muss: Manchmal braucht man ganz spontan eine Auskunft, z.B. weil man morgen einen Mietvertrag unterschreiben will oder einen kurzfristigen Kredit anfragt. Die gesetzliche Datenkopie per Post wäre hier zu langsam (1–4 Wochen Wartezeit). In solchen Fällen greifen manche zur schnellen, aber kostenpflichtigen Lösung.
    • Die Schufa bietet z.B. einen Online-Zugang (meineSCHUFA) an, bei dem man für eine Jahresgebühr jederzeit seine Daten online einsehen kann. Allerdings kostet dieses Abo je nach Paket etwa 30–60 € pro Jahr und ist für Privatpersonen aus unserer Sicht heutzutage nicht mehr nötig – bonify übernimmt genau diese Online-Einsicht kostenlos.
    • Dennoch wird so ein Abo manchmal mit „30 Tage kostenlos testen“ angepriesen; vergiss aber nicht, dass es kostenpflichtig wird, wenn du es nicht fristgerecht kündigst. Für einen einmaligen schnellen Abruf deiner Daten wäre es übertrieben, gleich ein Abo abzuschließen. Hier ist es smarter, bonify zu nutzen oder – falls ein offizielles Dokument benötigt wird – eben einmalig die 30 € für den BonitätsCheck zu zahlen.
    • Unternehmens- oder spezielle Auskünfte: Für die Vollständigkeit sei erwähnt, dass es auch kostenpflichtige Spezialauskünfte gibt, etwa wenn du dich selbstständig machst und eine Auskunft über dein Unternehmen brauchst, oder eine Eigenauskunft bei einer Bank inklusive Beratungsleistung. Diese liegen aber außerhalb unseres Themas, da sie in der Regel nicht kostenlos zu haben sind und sehr spezifisch sind.

    Für die allermeisten Privatleute gilt: Eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft brauchst du nur dann, wenn du sie jemand anderem vorlegen musst. Für die eigene Kontrolle und Übersicht reichen die kostenlosen Varianten vollkommen aus. Es ist erfreulich zu sehen, dass man heute seine Bonität im Griff haben kann, ohne dafür bezahlen zu müssen – das war vor einigen Jahren so in der Form (z.B. mit bonify) noch nicht möglich.

    Zusammenfassung: Kostenlos die eigene Bonität im Blick behalten

    Bonität kostenlos prüfen – das ist nicht nur möglich, sondern sollte von jedem genutzt werden, der seine finanzielle Gesundheit im Auge behalten will. Du hast mehrere Wege zur Auswahl:

    • SCHUFA & Co. Selbstauskunft: Jeder Bürger kann bei der Schufa und anderen Auskunfteien kostenlos seine gespeicherten Daten abfragen. Diese Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bekommst du auf Antrag per Post zugeschickt – das dauert zwar etwas, aber du erhältst damit einmal im Jahr (oder bei Bedarf auch öfter) einen kompletten Überblick. Nutze diese Möglichkeit mindestens jährlich, um Fehler zu korrigieren und sicherzustellen, dass alles seine Richtigkeit hat.
    • bonify: Wenn du es komfortabler magst, bietet bonify einen digitalen Rund-um-die-Uhr Einblick in deine Bonität – und das gratis. Du siehst deinen Schufa-Score und Einträge jederzeit online und wirst bei Änderungen benachrichtigt. So hast du deine Bonität quasi in Echtzeit unter Kontrolle.
    • Kosten entstehen nur bei Bedarf: Eine kostenpflichtige Auskunft (ca. 30 €) brauchst du nur in speziellen Situationen – etwa um sie einem Vermieter vorzulegen oder wenn du sofort ein offizielles Dokument benötigst. Für die rein private Einsicht musst du heute kein Geld mehr ausgeben.

    Abschließend lässt sich sagen: Es war noch nie so einfach wie heute, die eigene Bonität kostenlos zu prüfen und zu überwachen. Nutze diese Möglichkeiten und lass dich nicht von veralteten Informationen oder dubiosen Angeboten verunsichern. Deine Bonitätsdaten gehören dir – du hast jedes Recht, sie einzusehen und zu kontrollieren.

    Wer seine Bonität kennt, kann finanzielle Entscheidungen viel souveräner treffen und gerät seltener in unangenehme Situationen. Also, nimm deine finanzielle Reputation selbst in die Hand. Mit ein bisschen Eigeninitiative (und Tools wie bonify) behältst du den Durchblick, ohne einen Cent dafür zu zahlen. Viel Erfolg dabei und bleib finanziell gesund!

    Verwendete Quelle:

    Die Informationen in diesem Artikel stammen aus zuverlässigen Finanzquellen und Ratgebern. Unter anderem diesen:

    Über den Bonitätsguru:

    Seit dem ich ohne jede Erfahrung 2010 mein Haus kaufen wollte, bin ich auf SCHUFA und Boniät aufmerksam geworden. So viele Mythen, Halb- und Unwahrheiten sind im Netz. Bei renomierten und bekannten Personen. Selbst bei Politik, Wirtschaft und Nachrichten wird Bonität immer wieder falsch verstanden. Alles über den SCHUFA-Kamm. Wichtig: Ich bin nicht die SCHUFA. Aber ein Fan von Bonität und Scoring über unsere Landesgrenze hinaus. Fan von Experian, Creditkarma und ja, auch von bonify in Deutschland.