Bonität vs. SCHUFA-Score: Was ist der Unterschied?

Veröffentlicht am: Mai 15, 2024 Von: Bonitätsguru

Stell dir vor, du willst einen Kredit aufnehmen oder einen Handyvertrag abschließen. Alle reden vom SCHUFA-Score und deiner Bonität – aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich genau?

SCHUFA Score & Bonität - Unterschiede
Deine Bonität ist für deine Verträge entscheidend – eine Zahl in den meitsten Fällen! Aber der SCHUFA-Score ist nicht dasselbe. Hier die Unterschiede!

Viele denken, der SCHUFA-Score sei gleichbedeutend mit der Bonität. In Wahrheit ist der Score nur ein Teil deiner Bonität. In diesem Artikel erkläre ich dir verständlich und ohne Fachchinesisch, worin der Unterschied zwischen Bonität und SCHUFA-Score liegt und warum das wichtig für dich ist.

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    Was bedeutet Bonität eigentlich?

    Wenn von Bonität die Rede ist, ist damit deine Kreditwürdigkeit gemeint – also die Fähigkeit und Bereitschaft, finanzielle Verpflichtungen pünktlich zu erfüllen. Einfach gesagt: Bonität beantwortet die Frage, ob man dir vertrauen kann, dass du geliehenes Geld zurückzahlst oder Rechnungen begleichst. Unternehmen und Banken prüfen die Bonität, bevor sie mit dir ein Geschäft eingehen, zum Beispiel bevor du einen Kredit bekommst oder etwas auf Rechnung kaufen kannst.

    Gute Bonität bedeutet, dass du voraussichtlich zuverlässig zahlst. Dann bekommst du eher einen Kredit oder zahlst niedrigere Zinsen. Schlechte Bonität heißt, es gibt Zweifel an deiner Zahlungsfähigkeit oder -moral. Dann kann es passieren, dass dein Kreditantrag abgelehnt wird oder du nur zu höheren Zinsen Geld bekommst. Faktoren, die deine Bonität negativ beeinflussen, sind z. B. verspätete Zahlungen, gekündigte Kredite oder Einträge im öffentlichen Schuldnerverzeichnis – all das sind Warnsignale für zukünftige Gläubiger. Umgekehrt wirken sich ein stabiler finanzieller Hintergrund und eine saubere Zahlungshistorie positiv aus.

    Wichtig ist: Deine Bonität setzt sich aus vielen Aspekten zusammen. Sie umfasst zum einen die wirtschaftliche Lage (hast du genug Einkommen, um deine Schulden zu bedienen?) und zum anderen deine Zahlungsmoral in der Vergangenheit (hast du Rechnungen und Kredite zuverlässig bezahlt?). Genau hier kommt die SCHUFA ins Spiel: Sie liefert Infos über deine bisherige Zahlungsmoral. Doch sie kennt nicht deine komplette finanzielle Situation. Bonität ist also ein Gesamtbild aus verschiedenen Puzzleteilen – und eines dieser Teile ist dein SCHUFA-Score. Den SCHUFA-Score kannst du übrigens bei bonify oder mit einer Selbstauskunft kostenlos einsehen.

    Was ist der SCHUFA-Score?

    Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist die bekannteste Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie sammelt Daten über fast alle Bürger und erstellt daraus einen Score-Wert, der deine voraussichtliche Kreditwürdigkeit einschätzen soll. Die SCHUFA weiß z. B., wie viele Konten und Kreditkarten du hast, ob du Kredite aufgenommen und zurückgezahlt hast, ob es Zahlungsausfälle gab, ob du Mobilfunkverträge oder Versandhandelskäufe auf Raten hast usw.

    Positive Merkmale (wie pünktlich zurückgezahlte Kredite) fließen ebenso in den Score ein wie Negativeinträge (etwa unbezahlte Rechnungen, Mahn- oder Inkassoverfahren). Aus all diesen Informationen berechnet die SCHUFA mit statistischen Methoden einen Score-Wert, der das Risiko eines Zahlungsausfalls ausdrückt. Vereinfacht: Der Score schätzt die Wahrscheinlichkeit ein, mit der du deine künftigen Zahlungen leisten wirst. Ob es zu dir negative SCHUFA-Einträge gibt, kannst du auch bei bonify oder per Selbstauskunft herausfinden.

    Die SCHUFA-Zentrale in Wiesbaden. Die SCHUFA sammelt umfangreiche Bonitätsdaten zu über 67 Millionen Personen in Deutschland und ermittelt daraus Score-Werte, die Unternehmen bei der Einschätzung der Kreditwürdigkeit helfen.

    Wie wird der SCHUFA-Score angegeben? Meist begegnet dir der sogenannte Basisscore. Dieser wird als Prozentwert zwischen 0 % und 100 % angegeben. Je höher, desto besser: Ein Wert von z. B. 97 % bedeutet, dass statistisch nur 3 % vergleichbarer Personen zahlungsunfähig werden – also sehr geringes Risiko.

    Solch ein hoher Score steht für exzellente Bonität. Werte um 90 % gelten als mittleres bis erhöhtes Risiko, und bei 50 % oder weniger spricht man von einem kritischen Risiko (d.h. die Person hat in der Vergangenheit sehr oft nicht gezahlt). Einen Score von 100 % kann niemand erreichen, denn es gibt immer ein Restrisiko – theoretisch könnte jeder durch unvorhergesehene Ereignisse zahlungsunfähig werden (z. B. Krankheit oder Arbeitslosigkeit).

    Wichtig zu wissen: Die SCHUFA berechnet nicht nur einen Score. Neben dem allgemeinen Basisscore gibt es Branchenscores – je nachdem, wer anfragt. Eine Bank bekommt einen etwas anderen Score als zum Beispiel ein Mobilfunkanbieter. Die SCHUFA passt die Berechnung an die jeweilige Branche an, weil das Zahlungsrisiko je nach Vertragsart unterschiedlich sein kann.

    Beispiel: Statistisch zahlen Leute ihren Immobilienkredit zuverlässiger zurück als eine Handy-Rechnung – daher könnte der gleiche Kunde bei einer Bank einen besseren Score haben als bei einem Handyvertrags-Anbieter. Diese Unterschiede brauchst du dir aber nicht im Detail zu merken; für dich als Verbraucher ist vor allem der Basisscore interessant, den du auf deiner SCHUFA-Selbstauskunft findest.

    Was der SCHUFA-Score nicht erfasst

    Viele Leute wundern sich, wie die SCHUFA auf ihren Score kommt, und manchmal hält sich der Mythos, die SCHUFA wüsste alles über dich. Tatsächlich hat sie nur bestimmte Daten: nämlich die oben erwähnten Vertrags- und Zahlungsdaten sowie einige persönliche Daten (Name, Geburtsdatum und aktuelle und frühere Adressen). Nicht gespeichert sind hingegen dein Einkommen, dein Beruf, dein Familienstand oder Vermögenswerte.

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    Also weiß die SCHUFA z. B. nicht, wie viel du verdienst oder ob du Besitzer einer Immobilie bist. Diese Informationen sind aber natürlich extrem wichtig für die Einschätzung, ob du dir einen Kredit leisten kannst. Deshalb gilt: Der SCHUFA-Score sagt nichts über deine momentane finanzielle Leistungsfähigkeit aus – er spiegelt nur dein bisheriges Zahlungsverhalten wider.

    Außerdem gibt die SCHUFA den Firmen keine Handlungsempfehlung. Sie sagt also nicht „Gebt diesem Kunden keinen Kredit“, sondern liefert lediglich den Score und einige Hintergrunddaten, entscheidet aber nichts selbst. Die Unternehmen nutzen den Score dann als Entscheidungshilfe.

    Interessant am Rande: Bis 2009 hätten Auskunfteien deine Bonität ausschließlich anhand des Wohnorts ermittelt können (Stichwort Geoscoring). Das ist heute verboten, da der Bundestag es gesetzlich untersagt hat, die Kreditwürdigkeit ausschließlich anhand von Adressdaten zu bewerten.

    Dein Score darf also nicht allein deswegen schlechter sein, weil du vielleicht in einer „armen“ Gegend wohnst – zumindest nicht ohne weitere Faktoren. Es hat auch keine Auskunftei in Deutschland je anders gemacht. Die SCHUFA allen voran nicht, auch alle anderen Auskunteien verwenden wenigstens Alter und Geschlecht zusätzlich und erfüllen damit die Vorgaben eines (mMn fragwürdigen / weil nicht vollständig durchdachten) Gesetzes.

    Warum der SCHUFA-Algorithmus ein Geheimnis ist

    Vielleicht fragst du dich: Wie genau berechnet die SCHUFA meinen Score? – Leider ist das eine Black Box. Die Auskunfteien (neben der SCHUFA gibt es z. B. auch Boniversum, Bürgel/CRIF oder Infoscore) nutzen mathematisch-statistische Modelle, die sie aus Wettbewerbsgründen geheim halten. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die genaue Scoring-Formel als Geschäftsgeheimnis gelten darf. Verbraucherschützer kritisieren diese Intransparenz oft.

    Klar ist nur, welche Arten von Daten einfließen (eben deine Kredit- und Zahlungsdaten). Manche bekannten Einflussfaktoren sind z. B. wie oft du den Wohnsitz gewechselt hast, dein Alter, wie viele Kreditanfragen du gestellt hast, wie viele Kreditkonten du hast, etc. – all das kann statistisch etwas über das Ausfallrisiko aussagen. Die genauen Gewichtungen und Zusammenhänge kennen aber nur die Score-Experten der SCHUFA. Für uns Normalverbraucher bleibt nur, allgemein finanziell vernünftig zu handeln (dazu später mehr), um einen guten Score zu behalten.

    Zusammengefasst: Dein SCHUFA-Score ist ein statistischer Risikowert. Er basiert auf deinen bisherigen Zahlungsdaten und wird in Prozent angegeben – je höher, desto besser deine prognostizierte Zahlungsfähigkeit.

    Aber: Dieser Score ist nur eine Momentaufnahme deiner Zahlungswahrscheinlichkeit und deckt nicht deine gesamte Bonität ab, weil wichtige persönliche Faktoren fehlen. Genau darum schauen Banken und andere Vertragspartner immer zusätzlich auf weitere Informationen, bevor sie entscheiden, ob du kreditwürdig bist.

    Wie Unternehmen und Banken deine Bonität prüfen

    Jetzt wird’s spannend: Wenn du einen Kredit beantragst, schaut die Bank natürlich zuerst auf deine SCHUFA-Daten. Aber dabei bleibt es nicht. Banken und andere Unternehmen haben eigene Kriterien und Scoring-Verfahren, um deine Bonität einzustufen. Der SCHUFA-Score ist dabei ein wichtiger Baustein, aber eben nur einer von mehreren.

    Stellen wir uns vor, zwei Leute haben beide einen sehr guten SCHUFA-Score von 97 %. Person A verdient 3000 € netto im Monat und hat einen sicheren unbefristeten Job; Person B ist aktuell arbeitslos und hat keinerlei Ersparnisse. Ihr SCHUFA-Score mag gleich hoch sein – doch ihre Bonität aus Sicht der Bank ist sehr unterschiedlich.

    Bonität bedeutet ja auch Zahlungsfähigkeit. Person B könnte trotz Top-Score einen Kredit gar nicht zurückzahlen, weil das Einkommen fehlt. Daher wird die Bank Person B vermutlich keinen Kredit geben, trotz guter SCHUFA. Dieses Beispiel zeigt: Unternehmen prüfen neben dem Score weitere Merkmale, bevor sie eine Entscheidung treffen.

    Was genau wird also bei einer Bonitätsprüfung zusätzlich angeschaut? Hier ein Überblick typischer Faktoren:

    • Einkommen und Vermögen: Die Bank will wissen, ob du dir die monatliche Rate leisten kannst. Sie fragt nach Gehaltsnachweisen, eventuell nach Ersparnissen oder Sicherheiten. Ohne ausreichendes Einkommen nützt dir der beste SCHUFA-Score nichts.
    • Beruf und Anstellung: Hast du einen festen Job, vielleicht sogar Beamter oder unkündbar? Oder bist du in der Probezeit, befristet angestellt oder selbstständig mit schwankendem Einkommen? Diese Infos fließen ins interne Scoring ein. Ein verbeamteter Lehrer hat statistisch ein geringeres Kreditausfallrisiko als jemand mit unsicherem Job – das berücksichtigen Banken entsprechend.
    • Familienstand und Unterhaltspflichten: Bist du Single oder hast du z. B. drei Kinder zu versorgen? Mehr Personen bedeuten höhere feste Ausgaben, was deine finanzielle Belastung erhöht. Tatsächlich fließen solche demografischen Faktoren oft ins Scoring mit ein. (So bitter das klingt: In der Statistik haben Alleinstehende tendenziell etwas bessere Rückzahlungsquoten als z. B. Alleinverdiener mit Familie, einfach weil weniger finanzielle Verpflichtungen da sind.)
    • Ausgaben und bestehende Verpflichtungen: Die Bank macht in der Regel eine Haushaltsrechnung – also gegenüber deinem Einkommen werden deine regelmäßigen Ausgaben gestellt (Miete, Lebenshaltung, bestehende Kredite, Leasingraten etc.). Nur wenn hier genügend Überschuss bleibt, gilt man als zahlungsfähig.
    • Eigenes Kundenverhalten: Wenn du schon lange Kunde bei der Bank bist, kann sie auch sehen, wie dein Kontoverhalten ist. Warst du oft im Dispo? Gab es Rücklastschriften mangels Deckung? Solche internen Daten nutzen Banken ebenfalls, soweit vorhanden.
    • Branchen- und Regionaldaten: Manche Scoring-Modelle beziehen statistische Informationen mit ein, z. B. die Ausfallraten in deiner Branche oder Region. (Aber wie erwähnt, direktes Geoscoring nur über die Adresse ist nicht erlaubt ohne weiteres.)
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    All diese Faktoren kombinieren Banken zu einem eigenen Score oder einer Ratingnote für dich – das kann man internes Scoring nennen. Häufig läuft das automatisiert per Computer: Aus SCHUFA-Score + den genannten zusätzlichen Angaben wird maschinell ein Bonitätsscore berechnet. Jede Bank hat da ihr eigenes System und Gewichtung.

    Daher kann es passieren, dass Bank A dich ablehnt, während Bank B (bei gleichen SCHUFA-Infos) dir durchaus einen Kredit gibt – einfach weil Bank B andere Maßstäbe ansetzt oder optimistischere Annahmen trifft. Für dich heißt das: Eine Absage ist nicht das Ende; bei einer anderen Bank könntest du mehr Erfolg haben, weil Bonitätsbewertungen nicht einheitlich sind.

    Übrigens wurde Ende 2023 vom Europäischen Gerichtshof klargestellt, dass Banken rechtlich den SCHUFA-Score nicht alleinentscheidend verwenden dürfen. Sie müssen auch andere Kriterien einbeziehen und jeden Fall individuell prüfen. In der Praxis taten seriöse Kreditgeber das ohnehin schon.

    Aber das Urteil unterstreicht nochmal: Dein SCHUFA-Score unterstützt die Entscheidung über deine Bonität, ersetzt sie aber nicht. Es entscheidet immer das Unternehmen selbst, ob es dir vertraut – und viele nutzen dafür neben dem Score auch eigene Daten und Berechnungen.

    Worin unterscheiden sich SCHUFA-Score und Bonität?

    Nach der ganzen Erklärung lässt sich der Kernunterschied klar zusammenfassen:

    • Dein SCHUFA-Score ist ein externer Richtwert. Er wird von einer Auskunftei (SCHUFA) auf Basis deines bisherigen Zahlungsverhaltens errechnet. Der Score ist im Prinzip eine Wahrscheinlichkeitsangabe, wie zuverlässig du voraussichtlich zahlst. Er bezieht sich aber nur auf bestimmte Daten (Kredithistorie etc.) und kennt weder dein Einkommen noch persönliche Umstände. Der Score wird von Unternehmen abgefragt, um ein erstes Bild von deinem Zahlungsverhalten zu bekommen. Er ist für alle Anfragen gleich (bzw. branchenspezifisch angepasst), aber macht keine endgültige Aussage über dich als Kreditnehmer.
    • Deine Bonität ist das Gesamtbild deiner Kreditwürdigkeit. Sie berücksichtigt alles Relevante: Deinen SCHUFA-Score und zusätzliche Infos wie Gehalt, Beruf, finanzielle Situation, aktuelle Ausgaben usw. Bonität wird für jeden Gläubiger individuell bewertet – jede Bank oder Firma kann eigene Kriterien anlegen. Bonität ist somit subjektiver bzw. unternehmensspezifisch: sie beantwortet die Frage, ob diese Bank dir diesen Kredit geben will.

    Man kann sagen: Der SCHUFA-Score ist ein Teilaspekt der Bonität, nicht die Bonität selbst. Ein hoher Score erhöht deine Chancen und ist gleichbedeutend mit guter Bonität – aber nur im statistischen Sinne. Die endgültige Entscheidung hängt von weiteren Faktoren ab.

    Umgekehrt kann deine Bonität durch interne Prüfkriterien schlechter eingeschätzt werden, als es dein Score vermuten lässt (Beispiel: super Score, aber kein Einkommen -> Bonität unzureichend). Oder wenn du einen mittelmäßigen Score hast, die Bank aber sieht, dass du sehr viel verdienst und der Score vielleicht nur wegen einer Kleinigkeit niedriger ist, könnte sie dir trotzdem Kredit geben.

    Kurz gesagt: Bonität ist umfassender und individueller. Der SCHUFA-Score liefert Daten für die Bonitätsprüfung, aber ersetzt diese nicht. Jedes Unternehmen trifft die Bonitätsentscheidung letztlich selbst und oft fließen eigene Scoring-Modelle und Einschätzungen mit ein.

    Tipps: So kannst du Score und Bonität verbessern

    Auch wenn einiges von außen bestimmt wird, hast du selbst durchaus Einfluss auf deine Bonität. Hier ein paar praktische Tipps, wie du einen guten SCHUFA-Score behältst und deine Kreditwürdigkeit insgesamt hoch hältst – quasi so, als würde ein guter Freund dir Ratschläge geben:

    • Zahle Rechnungen und Raten immer pünktlich und vollständig. Das klingt banal, ist aber der wichtigste Faktor. Jede fristgerechte Zahlung wirkt sich positiv auf deinen SCHUFA-Score und damit auf deinen Ruf als zuverlässiger Zahler aus. Verpasse also keine Rechnungsfristen, richte Daueraufträge ein und vermeide Mahnungen.
    • Kündige unnötige Konten und Kreditkarten. Hast du alte Kreditkarten, Dispokonten oder Versandhaus-Kundenkonten, die du gar nicht mehr nutzt? Weg damit! Zu viele parallel bestehende Kredite oder Kontoverbindungen können deine Bonität drücken. Übersichtliche Finanzen wirken sich besser aus. Außerdem behältst du so auch leichter den Überblick.
    • Gehe sparsam mit Kreditanfragen um. Wenn du einen Kredit suchst, lass nicht wahllos viele Banken gleichzeitig eine SCHUFA-Anfrage stellen. Mehrere gleichzeitige Kreditanfragen können den Score verschlechtern, weil es so aussieht, als würdest du dich dringend und vielfach um Kredit bemühen. Nutze daher „schufaneutrale Konditionsanfragen“, die den Score nicht beeinflussen. Viele Kreditportale und Banken machen das automatisch richtig – frag im Zweifel nach dieser Konditionsanfrage.
    • Reize deinen Dispo nicht ständig aus. Ein Dispokredit (Überziehung des Girokontos) ist zwar praktisch, aber wenn du dauerhaft am Limit bist, kann das ein Alarmsignal sein. Verzichte möglichst darauf oder nutze ihn nur kurzzeitig. Ein ständig ausgereizter Dispo kann den Score negativ beeinflussen, weil es deine finanzielle Reserve schmälert.
    • Prüfe deine SCHUFA-Daten regelmäßig. Einmal pro Jahr kannst du kostenlos eine ausführliche Selbstauskunft bei der SCHUFA anfordern. Mach das unbedingt! Schau nach, ob alle Einträge korrekt sind. Falls du falsche oder veraltete Negativeinträge findest, widersprich und lass sie korrigieren oder löschen. Fehler passieren und könnten zu Unrecht deine Bonität belasten. Durch Eigeninitiative behältst du die Kontrolle.
    • Behalte Löschfristen im Auge. Negative Einträge (wie erledigte Mahnungen oder Insolvenzverfahren) bleiben nicht ewig in der SCHUFA. Meist werden sie nach drei Jahren gelöscht, teils auch früher, je nach Art des Eintrags. Markiere dir das Datum, ab dem ein alter Makel verschwunden sein sollte. Deine Bonität verbessert sich, sobald negative Einträge weg sind – und du kannst notfalls bei der SCHUFA nachhaken, falls etwas hätte gelöscht sein müssen und noch drinsteht.
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    Wie du siehst, gibt es einige Stellschrauben, an denen du selbst drehen kannst. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Geld zahlt sich buchstäblich aus: Über die Zeit hast du dann einen prima SCHUFA-Score und allgemein einen guten Ruf bei Banken. Falls deine Bonität aktuell ein Problem ist (z. B. wegen eines negativen Eintrags), heißt das nicht, dass das für immer so bleibt. Mit den oben genannten Maßnahmen kannst du sie nach und nach wieder aufpolieren. Und denke immer dran: Bonität ist etwas sehr Individuelles – jede Situation ist anders, und die Banken schauen genau hin.

    Fazit: Bonität vs. SCHUFA-Score

    Zum Abschluss noch einmal in aller Kürze das Wichtigste: Dein SCHUFA-Score und deine Bonität sind nicht dasselbe, auch wenn sie eng zusammenhängen. Der Score ist eine Art Schulnote für dein bisheriges Zahlungsverhalten – ein hoher Wert signalisiert eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass du zahlst. Aber deine Bonität umfasst noch mehr: nämlich auch deine aktuelle finanzielle Leistungsfähigkeit und alle Infos, die ein Gläubiger sonst noch heranzieht.

    Du kannst es so sehen: Die SCHUFA gibt eine objektive Zahl über dich heraus, doch die eigentliche Vertrauensfrage („Bekomme ich Kredit?“) beantworten die Banken selbst. Sie nutzen den Score als Hilfe, verlassen sich aber nicht blind darauf. Deshalb ist ein schlechter Score meist ein K.O.-Kriterium (weil er echte Zahlungsausfälle anzeigt), während ein guter Score zwar Grundvoraussetzung für Kredit ist, aber allein noch keine Garantie – die Bank möchte dann auch sehen, dass du genug Einkommen hast und die Rahmenbedingungen stimmen.

    Wenn dir jemand also sagt: „Meine Bonität ist super, ich hab einen SCHUFA-Score von 95!“, dann weißt du jetzt: Ein 95 %-Score ist tatsächlich ausgezeichnet, aber Bonität heißt noch ein bisschen mehr als dieser Prozentsatz. Im Zweifel frag nach: „Okay, und wie sieht’s mit deinem Einkommen und deinen anderen Finanzdaten aus?“ – Das Gesamtpaket zählt.

    Umgekehrt: Lass dich nicht entmutigen, falls dein Score mal schwächelt. Arbeite an den beeinflussbaren Faktoren (Zahlungsverhalten, Überblick über Finanzen, Fehlereinträge bereinigen), und mit der Zeit verbessert sich auch dein Score. Bonität aufbauen ist ein Marathon, kein Sprint – aber es lohnt sich, denn eine gute Bonität öffnet dir viele Türen in der Finanzwelt.

    Zum Schluss hoffe ich, dass dir jetzt klar ist, was der Unterschied zwischen Bonität und SCHUFA-Score ist. Kurz gesagt: Der SCHUFA-Score ist ein wichtiges Puzzleteil deiner Bonität, aber das Gesamtbild deiner Kreditwürdigkeit setzt sich aus noch viel mehr Teilen zusammen. So, und nun kannst du bei der nächsten Diskussion oder dem nächsten Bankgespräch mit diesem Wissen locker mitreden – wie ein Profi, aber immer noch per du. Viel Erfolg dabei!

    Verwendete Quelle:

    Die Informationen in diesem Artikel stammen aus zuverlässigen Finanzquellen und Ratgebern. Unter anderem diesen:

    Über den Bonitätsguru:

    Seit dem ich ohne jede Erfahrung 2010 mein Haus kaufen wollte, bin ich auf SCHUFA und Boniät aufmerksam geworden. So viele Mythen, Halb- und Unwahrheiten sind im Netz. Bei renomierten und bekannten Personen. Selbst bei Politik, Wirtschaft und Nachrichten wird Bonität immer wieder falsch verstanden. Alles über den SCHUFA-Kamm. Wichtig: Ich bin nicht die SCHUFA. Aber ein Fan von Bonität und Scoring über unsere Landesgrenze hinaus. Fan von Experian, Creditkarma und ja, auch von bonify in Deutschland.